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Samstag, 27. November
2010: Internationaler Kauf-Nix-Tag!
In vielen Ländern der Welt wird auch heuer wieder
der Kauf-Nix-Tag gefeiert. 24 Stunden Einkauf-Moratorium sind 24
Stunden, in denen man über den Sinn des eigenen Konsumverhaltens
nachdenken kann.
Wir leben in einer Zeit vielfacher Krisen: Banken-
und Wirtschaftkrise, Klimawandel, Nahrungsmittel- und Hungerkrise,
absehbare Energiekrise („peak-oil“). Unser Wirtschaftsystem,
das auf Profitmaximierung, permanentem Wachstum und sozialer Ungerechtigkeit
basiert, hat all diese Krisen verursacht. Und wir sind oft ein kleines
Rädchen mitten drinnen!
Gleichzeitig ächzen wir unter diversen Sparpakten.
Wir ärgern uns, dass wir – und nicht die Verursacher
–für all diese Krisen zahlen müssen. Wir haften
und bezahlen für dubiose Rettungspakete, die aber nicht den
Menschen in Griechenland oder Irland helfen, sondern wieder nur
den Banken zugute kommen.
Der Kauf-Nix-Tag bietet Gelegenheit, auszusteigen
und der Konsumwut ein Schnippchen zu schlagen. Zurücklehnen,
sich Zeit nehmen und diese mit lieben Menschen verbringen. Das kann
das Alternativprogramm für den ersten Einkaufsamstag der Vorweihnachtzeit
sein.
Und wer in Wien trotzdem mit vielen Menschen unterwegs
sein will, muss dies nicht unbedingt auf eine Einkaufstraße
tun: Unter dem Motto „Kein Sparen bei Kindern, Jugend und
Familien“ findet am Samstag, den 27. November ab 13 Uhr eine
Demonstration statt. Treffpunkt ist bei der Urania.

Am Samstag, den 28. November
2009 war Internationaler Kauf-Nix-Tag!
Die renitenten Konsumenten rufen auch 2009
wieder zur Teilnahme am Internationalen Kauf-Nix-Tag auf. Sinn des
24-stündigen Einkaufsmoratoriums ist es, einmal im Jahr über
den ganz persönlichen Einkaufs- und Lebensstil nachzudenken.
Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag ist eine gute Gelegenheit
dafür. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, wo Konsumieren
„zur Bürgerpflicht“ erhoben wird, ist kritisches
Hinterfragen angesagt. Wir haben ja nicht nur eine Wirtschaftskrise,
sondern auch eine weltweite Ernährungs-, Klima- und Energiekrise.
Ein Milliarde Menschen hungern, der Klimawandel gerät außer
Kontrolle und Öl wird knapp und teuer werden. All diese Probleme
sind mit wachstumszentrierten und giergetriebenen Ideologien nicht
zu lösen. Im Gegenteil - diese waren sogar die Ursache für
all die verhängnisvollen Entwicklungen. Mit dem Kauf-Nix-Tag
soll etwas Sand in das Getriebe dieser Krisenmaschinen gestreut
werden. Denn: Statt Wachstum benötigt die Welt eine gerechtere
Verteilung. Eine gerechtere Verteilung von Zukunftschancen, Lebenszufriedenheit,
Nahrungsmitteln, Arbeit und CO2-Emissionen.
Obwohl Österreich das siebentreichste Land der
Erde ist, leben 400.000 Menschen- also fünf Prozent der Bevölkerung
- in Armut, weitere 600.000 sind armutsgefährdet.
Mitmachen beim Kauf-Nix-Tag ist ganz einfach: Geldbörse
und Bankomatkarte daheimlassen und den Tag ohne Geldausgeben genießen.
Denn wie sangen schon die Beatles: „The best things in life
are free“.

Ernährung
Es gibt auf der Welt genug Nahrung für alle.
Doch wir leben auf einem Planeten der Gegensätze: Seit dem
Jahr 2006 gibt es auf der Welt mehr Übergewichtige als Hungernde.
Einer Milliarden Dicke standen damals 800 Millionen Unterernährte
gegenüber. Durch die Wirtschaftskrise ist die Anzahl der Hungernden
inzwischen ebenfalls auf eine Milliarde angestiegen. Während
Fettleibigkeit zum globalen Problem wird, hungert jede siebente
Erdenbewohnerin. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung.
In Österreich hingegen ist jedes fünfte Kind übergewichtig,
acht Prozent sind fettleibig.
Neben der Wirtschaftskrise ist der Agrosprit-Boom
(also die Verarbeitung vom Lebensmitteln zu Treibstoffen) ein weiterer
Faktor für den Welthunger. Vom Getreide für eine Tankfüllung
kann ein Mensch ein ganzes Jahr lang leben! Wenn aber die Autofahrer
des Nordens mit den Ärmsten der Welt in einen Wettbewerb um
Nahrungsmittel treten, steht der Sieger schon im Vornherein fest.
Die Menschen in den reichen Industriestaaten wiederum
ernähren sich offenbar falsch. Dabei gibt es ein paar simple
Prinzipien:
* Einkaufen in der Umgebung statt mit per Auto ins
Einkaufszentrum.
* Mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch.
* Mehrweg (soferne es das noch gibt) statt Wegwerfverpackungen.
* Bio statt konventionell.
* Saisonale Produkte ersparen weite Lieferwege
* Bei Bananen, Kaffee, Orangensaft, Schokolade usw. gibt es schon
„fair trade“
* Genussvoll Essen und Kochen statt Fast Food.
Aktuell - Island wird McDonald´s-frei: Denn
aus Kostengründen schließt die Fast-Food-Kette in Island
ihre beiden Filialen am 1. November 2009!

Zehn Schritte, um die
Welt zu zerstören
1. Wir schreiben das Jahr 1989: Durch den Zerfall
der sozialistischen Staaten fällt die Systemkonkurrenz weg.
Die „soziale Marktwirtschaft“ entledigt sich ihres Eigenschaftswortes.
Überall wird dereguliert, liberalisiert und privatisiert, der
Sozialstaat zurückgeschraubt. Der damit verbundene Übergang
von Macht und Gestaltungsmöglichkeiten von der gewählten
Politik hin zur Wirtschaft läuft auf eine schleichende Entdemokratisierung
hinaus. Viele Länder des Südens werden gezwungen, zur
Schuldenabdeckung auf „cash crops“ - also Exportprodukte
- umzusteigen und geben damit die Eigenversorgung mit Lebensmitteln
auf.
2. Hinzu kommt die Globalisierung, also der weltweite
Wettbewerb. Voraussetzung dafür sind möglichst geringe
Umwelt- und Sozialstandards, sowie niedrige Transportkosten. Bisheriger
Höhepunkt ist der Zynismus rund um Agrotreibstoffe, wo die
Hungernden der Welt mit den AutofahrerInnen der Industriestaaten
in den Wettbewerb um Lebensmittel treten. Wer hier gewinnt - hauptsächlich
die Agrokonzerne – steht schon im vornherein fest. Eine simple
Faustregel besagt: Das Getreide, das für eine Tankfüllung
notwendig ist, ernährt ein Kind für ein ganzes Jahr!
3. Diese Globalisierung und gezielte (Steuer)-Politik
sorgt dafür, dass die Lohnquote permanent fällt. Die Reichen
werden unverhältnismäßig reicher, die Ärmeren
und der Mittelstand verlieren. Das senkt zwar die Massenkaufkraft,
aber das reichliche und rasch wachsende Kapital der Wohlhabenden
sucht fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten – Aktienkurse
und Immobilienpreise steigen permanent. Die Wirtschaft boomt, die
Konzerne verzeichnen Rekordgewinne, der Ausstoß an Treibhausgasen
steigt an - aber die breite Masse geht weiterhin leer aus. Auch
der immer offensichtlichere Klimawandel ist typisch für diese
Umverteilung von unten nach oben: Vom reichen Lebensstil verursacht,
sind die Folgen für die Ärmsten der Welt am härtesten
und tödlichsten.
4. Was jeder Mensch mit Hausverstand früher oder
später erwartet, überrascht Politiker, Manager und Wirtschaftswissenschaftler
gleichermaßen: Die Blase platzt! Der Wachstums-Boom geht abrupt
zu Ende, die große Wirtschaftskrise folgt.
5. Diese Rezession ist eine Systemkrise des Kapitalismus
im Allgemeinen und eine des Neoliberalismus im Besonderen. Doch
man versucht der Bevölkerung weiszumachen, dass nur die Gier
und Charakterschwäche einiger Manager von US-Geldinstituten
das ganze Schlamassel verursacht haben.
6. Folgerichtig werden genau jene Personen und Institutionen,
die durch ihre neoliberale Ideologie die Krise ermöglicht und
verursacht haben, als Retter herangezogen. Die Brandstifter fungieren
als Feuerwehr! Damit ist sichergestellt, dass aus der Krise nichts
gelernt wird. Es wird weder der Kapitalismus ernsthaft in Frage
gestellt, noch mehr Gerechtigkeit verlangt. Es wird auch nicht der
Wachstumsfetischismus und unsere umweltzerstörende Art des
Wirtschaftens hinterfragt.
7. Während die Gewinne der letzten Jahre in private
Taschen wanderten, werden die Verluste vergesellschaftet. Der Staat
– und damit die SteuerzahlerInnen - springt überall ein.
Selbst hartgesottene Neoliberale rufen nach einem starken Staat
- wenn es ums Zahlen geht. Der normale Staatsbürger zahlt dreifach
drauf: (1) Als Opfer der Krise, (2) als unfreiwilliger Geldgeber
und (3) als Leidtragender von Einsparungen eines bald bankrotten
Staates. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise
in den armen Ländern. Man erwartet, dass das BIP in Afrika
heuer regelrecht abstürzen wird.
8. Mit viel Steuergeld werden obsolete und nicht mehr
zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen künstlich
am Leben gehalten. So hat sich die Autoindustrie jahrelang erfolgreich
gegen strengere CO2-Vorgaben gesperrt und die Elektromobilität
blockiert. Aus der selbstverschuldeten Krise soll ihr aber wieder
der Steuerzahler helfen. Stichwort: Abwrackungsprämie. Aber
auch der Schuldenerlass für die AUA oder der forcierte Autobahnbau
gehen genau in die falsche Richtung. Dafür werden die Mittel
für den Klimafonds gekürzt. Man verabsäumt somit,
die Krise als Chance für einen ökologischen Wirtschaftsumbau
zu nutzen. Denn gerade bei niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen
ist eine ökologische Steuerreform wichtig und leicht durchführbar.
Die vielen Milliarden für diverse Konjunkturpakete hätte
in umwelt- und klimarelevante Maßnahmen gelenkt werden können:
Also Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und der erneuerbaren
Energiequellen, Wohnraumsanierung, eine Energie-Effizienz-Revolution
usw. Stattdessen wird Klimaschutz als Bürde gesehen, die man
sich in Zeiten der Krise nicht leisten kann und will. So soll ein
neues UVP-Gesetz die BürgerInnenrechte und den Umweltschutz
noch weiter einschränken. Mit einer eigenen „Lex-Verbund“
will man Kraftwerksprojekte „im öffentlichen Interesse“generell
ungeprüft durchwinken.
9. Mit der Killerphrase „Keine neuen Steuern“
soll jede Diskussion über sogenannte Reichensteuern und mehr
Gerechtigkeit in der Gesellschaft abgewürgt werden. Damit wird
ganz gezielt auf dringend notwendige Einnahmen für den Staat
verzichtet und die Verschuldung in die Höhe getrieben. Das
Kalkül dahinter: Bei einem in den Bankrott getriebenen Staat
hat man wenig Erklärungsbedarf bei der Kürzung von Sozialleistungen.
Andererseits schafft solch eine Situation einen willkommenen Anlass,
zwecks Budgetsanierung noch die letzten Reste des Familiensilbers
zu verkaufen. Kandidaten für einen weiteren Privatisierungsschritt
könnten die Gütertransporsparte der ÖBB, sowie die
verbliebenen Staatsanteile von Verbund und OMV sein. Auf die stark
steigende Arbeitslosigkeit könnte man ja auch mit gerechter
Verteilung – also Arbeitszeitverkürzung – reagieren.
Auch hier trifft das Gegenteil zu: Die Beschäftigten sollen
sich bei gleicher Arbeitsleistung in Lohnverzicht üben. Extrembeispiel
ist Magna: Da wird den Angestellten „freiwillig“ eine
Gehaltsreduktion abgepresst, gleichzeitig hat der Konzern genug
Geld auf der hohen Kante, um bei der Opel-Übernahme mitbieten
zu können.
10. All die genannten Versäumnisse werden dazu
führen, dass eine allfällige „Erholung“ der
Wirtschaft zu einer verschärften Klima- aber auch Energiekrise
führen wird. Öl und Gas werden teuer und knapp, ebenso
Lebensmittel. Der Klimawandel und seine Folgen werden immer drückender.
Der reiche Norden versucht sich gegen die von ihm verschuldeten
Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge aus dem Süden abzuschotten
und seinen ungerecht hohen Anteil am „Kuchen“ der Welt
zu verteidigen. Doch auch im Norden verarmen die Menschen. Auf Dauer
wird es nicht reichen, den Volkszorn durch repressive Ausländergesetze
und Polit-Kampagnen auf „intergationsunwillige MigrantInnen“
und auf Flüchtlinge zu lenken. Große Spannungen und Konflikte
– sowohl innerstaatlich, als auch international – sind
vorprogrammiert. Der Staat versucht durch noch mehr Überwachungsmaßnahmen
allfällige Unmutsäußerungen und Widerstände
der Bevölkerung zu unterdrücken. Mit Fingerabdrücken
im Reisepass, Videoüberwachungen, Vorratsdatenspeicherung und
Online-Fahndungen sind die Grundlagen für den totalen Überwachungsstaat
schon gelegt worden. Wir steuern also auf ein Umwelt-, Sozial-,
Energie- und Demokratiedesaster zu und machen die Welt vollends
kaputt.

Mit der Wirtschaftskrise verschärfen
sich auch die sozialen Ungerechtigkeiten und Spannungen. Der Überwachungsstaat
baut vor und führt mit 30. März die Abnahme und Speicherung
von Fingerabdrücken auf Reisepässen ein. Betroffen sind
jene Erwachsenen und Kinder – ab 12 Jahre - , die einen neuen
Pass benötigen. Langfristiges Ziel ist wohl eine lückenlose
Datei der Fingerabdrücke alle BürgerInnen. Wer Wert auf
Datenschutz und Privatsphäre legt, sollte sich noch
diese Woche einen neuen Reisepass besorgen!

Diese beiden Herren
wollen Ihre Fingerabdrücke!

In großkoalitionärer Einigkeit werden die
beiden Abgeordneten Günther Kößl (ÖVP) und
Otto Pendl (SPÖ) am Mittwoch, den 14. Jänner 2009 im Innenauschuss
des Nationalrates einen Antag zur Änderung des Passgesetzes
einbringen. Bislang wurden in Österreich nur Delinquenten und
Tatverdächtigen Fingerabdrücke abgenommen. Dies wollen
die beiden Herren ändern, sodass ab Mitte 2009 bei neuen Reisepässen
auch Fingerabdrücke abgenommen und abgespeichert werden müssen.
Die Abnahme von Fingerabdrücken Unbescholtener
stellt einen politischen Tabubruch dar. Zwei Gründe werden
für Fingerabdrücke im Reisepass genannt: (1) Fälschungssicherheit
und (2) dass es sich dabei um eine EU-Vorgabe handelt. Diese Begründungen
sind allerdings fadenscheinig:
# Fälschungssicherheit: Laut Mitteilung des Innenministerium
wurden im Jahr 2007 ganze 10 (in Worten: zehn) gefälschte österreichische
Pässe beschlagnahmt. Dies steht in keinen Verhältnis zum
Aufwand und den demokratiepolitischen Risiken. Weiters kann der
Chip mit Fingerabdruck im Pass geknackt und auch gefälscht
werden [Kurier, 24.4.2008].
# Umsetzung einer EU-Richtlinie: Biometrische Daten
und Fingerabdrücke in Reisepässen wurden vom EU-Innenministerrat
beschlossen. Ein Zirkelschluss, denn Österreichs Innenminister
berufen sich auf eine Entscheidung, die von einem österreichischen
Innenminister mit beschlossen wurde.
Tatsächlich soll wohl eher das Überwachungsnetz
rund um die BürgerInnen enger gezogen werden. Langfristig werden
faktisch der gesamten Bevölkerung die Fingerabdrücke abgenommen.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine lückenlose Daten-Sammlung
aller StaatsbürgerInnen gibt. Diese Informationen können
dann für die verschiedensten Zwecke verwendet werden. Auch
ein Abgleich und Austausch mit anderen Staaten ist dann möglich.
Wenn auch Sie etwas dagegen haben, in Zukunft
von der Passbehörde „erkennungsdienstlich behandelt“
zu werden, so kontaktieren Sie doch die beiden Herren:
Günter Kößl
Tel: 07475/52188
Mail: guenter@koessl.at
Otto Pendl:
Tel: 02253/6245
Mail: buergermeister@trumau.at
"Ich haben manchmal den Eindruck, wir werden
ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger
durch die Stasi." [damaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes
Karl Korinek, www.orf.at / 22.9.2007]
"Ich sehe drei Herausforderungen unserer
Zeit...Die dritte ist die Autonomie des Subjekts in einer Welt,
in der uns Überwachungsmöglichkeiten zum gläsernen
Menschen machen." [damaliger Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
im „Standard“-Interview / 8.3.2008]

Die etwas anderen Weihnachtsgeschenke
/ Sinnvolle Alernativen zum Shopping-Terror
Produkte, von tollen
sozialen Initiativen hergestellt:
www.trashdesign.at
- Design-Artikel aus Müll.
www.werkstaette-opus.at
- Tolle Dinge aus Karton und Holz.
www.gabarage.at
- Design-Artikel aus Müll.
www.balance.at
- Vasen, Lampen, Schalen usw. aus ökologisch unbedenklichen
Materialien, gefertigt von Erwachsenen mit körperlichen und
mehrfachen Behinderungen.
www.alom.at/twh
- Textile Produkte aus dem Mühlviertel.
www.braille.at
- Hochwertige Besen, Bürsten und Korbwaren von Blinden produziert.
www.leibundsoel.at
- Holzspielwaren und Musikinstrumente produziert von Behinderten.
www.pool7.at -
Bilder, Alltagsdesign, Möbel aus ökologisch wertvollen
Materialien.
www.fairtrade.at
- Liste von fair erzeugten Produkten und wo man sie bekommt.
Geschäfte:
www.basargesmbh.at
- Second Hand-Laden in Linz.
www.issba.at -
Fair-Trade-Produkte und Geschenke in Imst(Tirol)
www.weltlaeden.at - Die Weltläden mit ihren Fair Trade-Produkten
www.box.volkshilfe.at
- Second Hand-Laden der Volkshilfefür Kleidung und Schuhe.
www.caritas-wien.at
- Carla-Second Hand-Laden der Caritas für Möbel, Haushaltwaren
und Textilien in Wien.
www.caritas-vorarlberg.at
- Carla-Geschäfte für Möbel und Textilien in Vorarlberg.
www.troedlerladen.at
- Gebrauchte und renovierte Möbel in Wels.
www.wams.at - Second Hand-Läden in Tirol
Sonstiges:
www.regenwald.at
- Gutscheine, um Regenwald freizukaufen.
www.oekostrom.at
- Schenken sie Freunden den Umstieg zu einem sauberen Stromanbieter.
www.kosmetik.twoday.net/topics/naturkosmetik
- Naturkosmetik.
www.oebb.at - Machen
Sie für autofahrenden Freunde eine ganz persönliche Mobilitätsberatung
(mit Einschulung in die Benutzung der berüchtigten Fahrkartenautomaten
der ÖBB).
www.inigo.at -
Laden Sie ins Stadtbeisl “Inigo” (sozialökonomischer
Betrieb der Caritas).
www.promente-wien.at
- Dasselbe gilt für das Cafe-Restaurant “Max” (ebenfalls
in Wien)
www.oe1.orf.at
- Um 27 Euro kann an auch eine Ö1 Club-Mitgliedschaft verschenken.

Samstag, 29.11.2008:
Internationaler Kauf-Nix-Tag
Faule Weihnachtmänner auf der Mariahilfer Straße

Sich selbst und der Umwelt eine Atempause gönnen
– das ist die Idee des Internationalen Kauf-Nix-Tages. Gerade
in der Vorweihnachtszeit ist innehalten wichtig und ein 24-stündiges
Einkaufsmoratorium notwendiger denn je. Mit originellen Aktionen
werden an diesem Tag weltweit gehetzte KonsumentInnen zum Mitmachen
und Nachdenken aufgefordert.
In Wien wird der Kauf-Nix-Tag heuer schon zum elften Mal begangen.
Auf der Mariahilfer Straße Ecke Amerlinggasse) kauern am 29.11.2007
ab 11 Uhr Weihnachtsmänner faul in ihren Liegestühlen
– und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter werden wiederverwertet
und mit der Botschaft "Kauf Nix" versehen. Man kann sich
auch sogenannte "Geschenkverzichtserklärungen"
abholen und sich damit vor unerwünschte Weihnachtsgeschenken
schützen. Zur sportlichen Betätigung kann man beim Kreditkarten-Zielwerfen
mitmachen - dabei muss mit einer Kreditkarte in einen Mistkübel
getroffen werden.
Gerade in Zeiten einer aufkommenden Wirtschaftskrise wird konsumieren
gerne “zur ersten Bürgerpflicht” erhoben. Die Kluft
zwischen jeden, die noch Einkaufen können und jenen, die sich
einschränken müssen, wird immer größer. Der
Kauf-Nix-Tag setzt dem traurigen “Nicht können”
ein positives “Nicht müssen” entgegen. Denn Überschuss
und Mangel werden immer offensichtlicher. So werfen Österreich
Supermärkte täglich 300 Tonnen Lebensmittel weg, gleichzeitig
erleben immer mehr Sozialmärkte eine rege Nachfrage. Gerade
in der Weihnachtszeit sollte das in unserem Jahrhundert schon rare
Gut „Zeit“ nicht zum Einkaufen verjuxt sondern an seine
Lieben „verschenkt“ werden. Ein Kauf-Nix-Tag im Jahr
kann sicher nicht die Welt verändern - das Bewusstsein vieler
genervter KonsumentInnen aber sehr wohl.
Gratis Umarmungen - JA Bitte!

Rückfragen: Ronny Wytek: 0676/922 14 33

NEIN zu Fingerabdrücken
in Reisepässen!
Bislang wurden in Österreich nur Deliquenten
und Tatverdächtigen Fingerabdrücke abgenommen. Geht es
nach Innenminister Platter sollen in Hinkunft alle ÖsterreicherInnen
„erkennungsdienstlich behandelt“ werden. Im April 2008
hat Platter den Entwurf zum neuen Passgesetz ausgesendet. Demnach
sollen ab 2009 bei neuen Reisepässen auch Fingerabdrücke
sowohl im Pass, als auch in einer zentralen Datei gespeichert werden.
Fadenscheinige Begründung
Die Abnahme von Fingerabdrücken Unbescholtener
stellt einen Tabubruch und eine weitere Verschärfung des Überwachungsstaates
dar. Zwei Gründe werden für Fingerabdrücke im Reisepass
genannt: (1) Fälschungssicherheit und (2) dass es sich dabei
um eine EU-Vorgabe handelt. Diese Begründungen sind mehr als
fadenscheinig.
· Fälschungssicherheit: Laut Mitteilung
des Innenministerium wurden im Jahr 2007 ganze 10 (in Worten: zehn)
gefälschte österreichische Pässe beschlagnahmt. Dafür
kann also der ganze Aufwand (Kostenpunkt rund 1, 5 Millionen Euro)
nicht betrieben werden.
· Umsetzung einer EU-Richtlinie: Biometrische Daten und Fingerabdrücke
in Reisepässen wurden vom EU-Innenministerrat beschlossen.
Ein Zirkelschluss: Innenminister Platter beruft sich auf eine Entscheidung,
die von einem österreichischen Innenminister (Strasser) mitbeschlossen
wurde. Ein Innenminister beruft sich also auf einen anderen Innenminister
- ein demokratiepolitischer Wahnsinn!
Was wirklich dahinter steckt
Tatsächlich soll damit eine alte Westenthaler-Idee
(„Fingerabdrücke von allen“) und der Traum jedes
Überwachungsfreaks umgesetzt werden. Dafür spricht auch,
dass man zukünftig auch für Personalausweise Fingerprints
braucht. Es sollen also Fingerabdrücke von der gesamten Bevölkerung
gesammelt werden, ohne dass es dabei Schlupflöcher gibt. Alle
Abdrücke werden zentral in der Passdatenbank abgespeichert.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine lückenlose Daten-Sammlung
aller StaatsbürgerInnen gibt. Diese Informationen können
dann für alle möglichen (und unmöglichen) Zwecke
verwendet werden. Auch ein Abgleich und Austausch mit anderen Staaten
ist nur eine Frage der Zeit.
Neben dem nicht mehr vorhandenen Datenschutz, gibt
es noch weitere Risiken: Fingerabdrücke können auch gefälscht
und gestohlen werden. Wie beweist man dann, dass man trotz vorgefundener
Fingerabdrücke nicht am „Tatort“ war? Was passiert,
wenn man als UrlauberIn nicht weiterreisen kann, weil an einer Grenzstation
die Software ausfällt? Wie schützt man sich dagegen, dass
die auf einem Chip gespeicherten Passdaten nicht von einem unbefugten
Detektor ausgelesen werden?
All das zeigt: Widerstand gegen das neue Passgesetz
ist notwendig und dringend. Im Herbst 2008 soll das Gesetz nämlich
vom Nationalrat beschlossen werden.
Werden Sie gegen die „Fingerabdruck-Reisepässe“
rechtzeitig aktiv:
-
Reden Sie mit FreundInnen, Bekannten, ArbeitskollegInnen
usw. über die neuen Bedrohungen, die auf uns zukommen.
-
Schreiben Sie Leserbriefe und Protest-Mails.
-
„Helfen“ Sie Innenminister Platter
beim Datensammeln: Schicken Sie Ihm z.B. den Abdruck Ihrer großen
Zehe, eine selbstgemachte Phantomzeichnung, den Pfotenabdruck
Ihres Meerschweinchens oder eine DNA-Probe Ihres Hundes. Er
freut sich sicher!
Günther Platter
Bundesministerium für Inneres
Herrengasse 7
Postfach 100
1014 Wien
-
-
Kontaktieren Sie „Ihren“ Abgeordneten
im Nationalrat und fordern Sie ihn/sie auf, gegen das neue Passgesetz
zu stimmen. Ihre/n Abgeordnete/n finden Sie beispielsweise über
www.sos-klima.at/v1.1/emailaktion.php.
Allgemeine Tipps zum Datenschutz
-
Versuchen Sie möglichst wenig Daten zu
hinterlassen; also: Barzahlen statt mittels Bankomatkarte. Vermeiden
Sie alle Arten von Kundenkarten, Internetgeschäfte, Kundenbefragungen
und Preisausschreiben.
-
Bei Rechnungen und Verträgen usw. das Kleingedruckte
beachten, ob eigene Daten weitergegeben werden.
-
Bei unerwünschten Zusendungen: Der Absender
muss auf Anfrage innerhalb von acht Wochen kostenlos mitteilen,
woher die persönlichen Daten bezogen wurden. Bei der Quelle
(Adresshändler) kann man beantragen, aus der Datenbank
gestrichen zu werden. Musterformulare gibt es im Internet unter
www.argedaten.at
-
Wer sein Handy eingeschaltet hat, fungiert als
wandelnder Peilsender.
-
Bedenken Sie, dass jede Art der elektronischen
Kommunikation, egal ob Telefon, Fax oder E-Mail abgehört
werden kann. Dies ist eine Verletzung der individuellen Freiheit
und der Menschenrechte. E-Mails kann man verschlüsseln,
z.B. mit GnuGP ( www.gnupp.de).
-
Gegen Videoüberwachung im öffentlichen
Raum ist man weitgehend machtlos; außer Sie spazieren
mit verspiegelten Brillen und falschen Bärten herum.
-
Beteiligen Sie sich an Protestaktionen gegen
die zunehmende Überwachung.
-
Meiden Sie die USA. Sonst werden alle Daten,
die ihre Fluglinie von Ihnen hat, an die dortigen Behörden
übermittelt und für viel Jahre gespeichert. Und bei
der Einreise werden sie biometrisch vermessen.
-
Zeigen Sie Zivilcourage! Je mehr Menschen als
Augenzeugen von Verbrechen einschreiten, desto weniger Vorwände
gibt es für Überwachungsmaßnahmen "zu unserem
Schutz".

*Samstag, 24. November
2007: Internationaler Kauf-Nix-Tag*
Sich selbst und der Umwelt eine Atempause gönnen
– das ist die Idee des Internationalen Kauf-Nix-Tages. Gerade
in der Vorweihnachtszeit ist Innehalten wichtig und ein 24-stündiges
Einkaufsmoratorium notwendiger denn je. Mit originellen Aktionen
werden an diesem Tag weltweit gehetzte KonsumentInnen zu Mitmachen
und Nachdenken aufgefordert.
In Wien wird der Kauf-Nix-Tag heuer schon zum zehnten
Mal begangen. Auf der Mariahilferstraße (Ecke Amerlinggasse)
kauern am 24.11.2007 ab 11 Uhr Weihnachtsmänner faul in ihren
Liegestühlen – und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter
werden wiederverwertet und mit der Botschaft "Kauf Nix"
versehen. Man kann sich auch sogenannte "Geschenkverzichtserklärungen"
abholen und sich damit vor unerwünschte Weihnachtsgeschenken
schützen. Einer der pausierenden Weihnachtsmänner bietet
auch Gratis-Umarmungen an. Zur sportlichen Betätigung kann
man beim Kreditkarten-Zielwerfen mitmachen. Bei diesem Bewerb muß
man mit einer Kreditkarte in einen Mistkübel treffen.
Gerade aus Gründen des Klimaschutzes ist kritisches
Hinterfragen unseres Konsum- und Geschenkverhalten angesagt: Von
den 326 Euro, die laut RegioPlan-Umfrage pro Kopf heuer für
Weihnachtsgeschenke ausgeben werden, entfallen 280 Euro auf Elektro-
und Elektronikgeräte. Die Weihnachtsgeschenke des Jahres 2007
sind also hauptsächlich Stromfresser, bei deren Herstellung
schon große Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt
wurden. Allein die Produktion eines Computers setzt zwei Tonnen
CO_2 frei. Das ist genau jene Menge an Treibhausgasen, die fairerweise
jeden Erdenbürger(in) bei einer nachhaltigen Entwicklung unseres
Planeten pro Jahr zustehen. Ein Kauf-Nix-Tag im Jahr kann sicher
nicht die Welt verändern; das Bewußtsein vieler genervter
KonsumentInnen aber sehr wohl.
Digitales
TV: Vierfaches Sparen durch Fernseh-Boykott
In den größten Teilen Österreichs
hat der ORF sein Funksignale auf digital umgestellt. Die Vorteile
dieser Aktion sind mehr als fraglich. So können damit über
einen Fernsehkanal bis zu drei Programme und multimediale Zusatzdienste
übertragen werden. Auch mobiles Fernsehen mit dem Laptop soll
dann möglich sein. Doch: Wer will das schon? Und wer möchte
wirklich drei Programme gleichzeitig sehen?
Rund eine Million heimischer Haushalte, die bisher
über eine ganz normale Antenne oder einen analogen Satelliten
fern gesehen haben, haben nun das Nachsehen. Denn der Fernsehschirm
bleibt dunkel. Teure Nachrüstungen – die sogenannte DVB-T-Box
– wären notwendig. Hat man einen funktionierenden aber
alten (= ohne Scart-Buchse) Fernseher, so schaut man - im wahrsten
Sinne des Wortes – in die Röhre. Besitzt man hingegen
einen nachrüstbaren Fernseher, benötigt man eine eigene
DVB-T-Box und auch eine digitale Antenne. Doch auch dann kann es
Probleme geben. Denn angeschlossen wird die neue Box über den
Scart-Anschluss. An dem hängt aber meist schon ein Video- oder
DVD-Recorder. Zwei Anschlüsse haben aber gerade ältere
Geräte nicht immer.
Was tun?
Sparen sie vierfach, in dem Sie sich das Fernsehen
abgewöhnen. Denn:
1. Sie sparen die TV-Gebühr.
2. Sie ersparen sich die Anschaffung der DVB-T-Box und der digitalen
Antenne.
3. Sie sparen Elektrizität, denn neben dem Fernseher sind auch
DVB-T-Box und digitale Antenne Stromfresser; und zwar rund um die
Uhr.
4. Sie gewinnen viel Zeit, die sie besser nützen können,
als vor dem Fernseher zu sitzen, denn:
„Seit Montag, den 22. Oktober 2007 empfängt
mein Fernseher kein Funksignal mehr, der Bildschirm bleibt dunkel.
Die Abende wurden plötzlich viel gemütlicher. Keine Hektik
mehr, ob das Zeit im Bild schon angefangen hat. Kein Diktat mehr
durch das Fernsehprogramm. Dafür lese ich wieder Bücher
und höre auch öfters Radio.“

Arm und reich –
im Sommer 2007
Ende Juni 2007 häuften sich die Meldungen, wie
schnell die Umverteilung von arm zu reich voranschreitet:
· Ein OECD-Report zeigte in Juni auf, dass
der Anteil der Arbeitnehmer-Löhne an der wirtschaftlichen Gesamtleistung
der Industrieländer sich in den vergangen Jahren deutlich verringert
hat. Besonders stark war der Rückgang der Lohnquote in Österreich:
Allein zwischen 19995 und 2005 ist der Anteil der Arbeitnehmerentgelte
am Bruttoinlandsprodukt von 66,2 auf 60 Prozent gesunken. Das ist
dreimal stärker als in Durchschnitt der 20 OECD-Länder,
für die Daten vorliegen.
· Die niedrigsten Steuern für Unternehmen,
dafür hohe Lasten für kleine Leute beim Einkaufen –
das ist das Bild, das ein am 26.6.2007 veröffentlichter Weltvergleich
des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG für
die EU und auch für Österreich ergeben hat. Während
die Unternehmenssteuern immer weiter sinken, sind die Umsatzsteuern
für Konsumentinnen demnach zumindest gleich hoch geblieben,
in einigen Ländern sogar gestiegen. Die durchschnittlichen
Steuersätze für Unternehmen sanken in den EU-Mitgliedsstaaten
von 1993 bis heute von 38 auf 24,2 Prozent (in Österreich von
34 auf 25 %). Damti hat die EU die niedrigsten Unternehmenssteuern
aller Industriestaaten. Und der Trend geht weiter in diese Richtung...
· Am 28. Juni 2007 widmete der "Kurier"
unter dem Titel "Die Armut wächst, der Reichtum auch"
fast eine ganze Doppelseite dem Thema: "Österreich
ist ein reiches Land mit einem hohen Lebensstandard. Zugleich sind
wir aber auf dem Weg zu einer Zweiklassengesellschaft: hier die
einen mit Geld, dort die anderen ohne Kreditwürdigkeit. Diese
nüchterne Analyse stammt nicht von einer kirchlichen oder sozialen
Einrichtung, sondern vom Kreditschutzverband KSV von 1870."
Während in Österreich die Anzahl der Millionäre vergangenes
Jahr um 4.900 auf 72.600 angestiegen ist, gibt es auch einen Rekord
an Privatkonkursen: Im ersten Halbjahr 2007 wurden fast 4.400 Verfahren
eröffnet. Die Zahl der Privatpleiten soll sich in den nächsten
sieben Jahren nochmals verdoppeln. Insgesamt gelten zwölf Prozent
der ÖsterreicherInnen laut EU-Definition als "armutsgefährdet".
Sie müssen mit weniger als 900 Euro monatlich auskommen. Zum
Thema passt auch eine weitere Überschrift aus dieser "Kurier"-Doppelseite:
"Molterer will Gutverdiener entlasten."

25. November 2006: Internationaler
Kauf-Nix-Tag
Faulenzende Weihnachtsmänner auf der Wiener Mariahilferstraße
Österreichs Gesellschaft fällt zunehmend
auseinander. Von Jahr zu Jahr steigt sowohl die Anzahl der Euromillionäre,
als auch jene der Sozialhilfeempfänger. Die einen konsumieren
im Überfluß, während sich die anderen oft nicht
einmal das Notwendigste leisten können. Streß haben beide
Gruppen damit.
Diesem kollektiven Wahnsinn setzen wir den Kauf-Nix-Tag
entgegen. 24 Stunden Einkaufsmoratorium bedeuten 24 Stunden Atempause
für KonsumentInnen und Umwelt. Um auf unser Anliegen –
Hinterfragen des täglichen Konsumverhaltens gerade in der Vorweihnachtszeit
– hinzuweisen, feiern wir heuer schon zum 9. Mal den Internationalen
Kauf-Nix-Tag in Wien!
Samstag, 25. November 2006
ab 11:00 Uhr
Mariahilferstraße/ Ecke Amerlingstraße
1060 Wien
Und das steht am Programm:
Streikende Weihnachtsmänner liegen in Liegestühlen und
verteilen Geschenkverzichtserklärungen an die Passanten.
Gegen das Versprechen, heute nichts mehr einzukaufen, kann man sich
gratis ein T-Shirt bedrucken lassen.
Passanten können sich einen von "50 einfachen Tipps, um
die Welt zu verbessern" holen. Ein Gefäß, gefüllt
mit Zetteln mit den entsprechenden Tipps, steht bereit
Die Weihnachtsmänner borgen auch gerne eine große Schere
her, mit der man seine Kredit- oder Bankomatkarte unschädlich
machen kann.
Mehr Informationen zum weltweiten Kauf-Nix-Tag finden
Sie >> hier.

Digitales TV: Vierfaches
Sparen durch Fernseh-Boykott
Seit 26.Oktober 2006 stellen ORF und ATV ihre Funksignale
auf digital um. Die Vorteile dieser Aktion sind mehr als fraglich.
So können in Hinkunft über einen Fernsehkanal bis zu drei
Programme und multimediale Zusatzdienste übertragen werden.
Auch mobiles Fernsehen mit dem Laptop soll dann möglich sein.
Doch: Wer will das schon? Und wer möchte wirklich drei Programme
gleichzeitig sehen?
Rund eine Million heimischer Haushalte, die bisher
über eine ganz normale Haus- oder Zimmerantenne oder einen
analogen Satelliten fern gesehen haben, müssen mit großen
Nachteilen rechnen. Nach Einführung des digitalen Fernsehens
in einem Sendegebiet wird innerhalb eines halben Jahres das bisherige
analoge Funksignal abgeschaltet werden und der Fernsehschirm bleibt
dunkel. Teure Nachrüstungen – die sogenannte DVB-T-Box
– wären notwendig. Hat man einen funktionierenden aber
alten (= ohne Scart-Buchse) Fernseher, so schaut man künftig
– im wahrsten Sinne des Wortes – in die Röhre.
Besitzt man hingegen einen nachrüstbaren Fernseher, benötigt
man eine eigene DVB-T-Box und auch eine digitale Antenne. Doch auch
dann kann es Probleme geben. Denn angeschlossen wird die neue Box
über den Scart-Anschluss. An dem hängt aber meist schon
ein Video- oder DVD-Recorder. Zwei Anschlüsse haben aber gerade
ältere Geräte nicht immer. Und für etwaige Zweitfernseher
braucht man noch ein weiteres dieser Dinger...Neben zusätzlichen
Kosten bedeutet dies eine zusätzliche Fernbedienung und vor
allem auch einen zusätzlichen Stromverbrauch, denn ohne eigenen
Stromanschluss kommt die DVB-T-Box natürlich nicht aus.
Förderungen von 40 Euro gibt es für gebührenbefreite
Fernsehkunden und 100.000 weitere Fernseher. Die große Mehrheit
geht leer aus. Dafür reibt sich der Elektrohandel schon die
Hände. Deren Obmann rechnet im Weihnachtsgeschäft mit
einem ein Umsatzplus von 20 Prozent bei Fernsehgeräten.
Was tun?
- Melden sie Ihr Fernsehgerät ab.
- Protestieren Sie beim ORF gegen die willkürliche Abschaltung
des analogen Fernsehens. Denn die bestehenden Einrichtungen könnten
noch jahrelang analog weitersenden.
ORF-Kundendienst,ORF-Zentrum
Würzburggasse 30
A-1136 wien
Tel:01/870 70-30
kundendienst@orf.at
- Sobald das analoge Fernsehen stillgelegt ist: Sparen sie vierfach,
in dem Sie sich das Fernsehen abgewöhnen. Denn:
1. Sie sparen die TV-Gebühr.
2. Sie ersparen sich die Anschaffung der DVB-T-Box und der digitalen
Antenne; Kostenpunkt rund 100 bis 150 Euro.
3. Sie sparen Elektrizität, denn neben dem Fernseher sind auch
DVB-T-Box und digitale Antenne Stromfresser; und zwar rund um die
Uhr.
4. Sie gewinnen viel Zeit, die sie besser nützen können,
als vor dem Fernseher zu sitzen.
Ab frühestens 6. Juni 2006
wird es in Österreich die neuen biometrischen Reisepässe
geben. Die Fotos der Passinhaber werden dann digitalisiert und diese
Daten des vermessenen Gesichts auf einem Chip im Pass abgespeichert.
Später sollen auch noch die Fingerabdrücke auf dem Chip
festgehalten werden. Dem Überwachungsstaat ist damit Tür
und Tor geöffnet!
Wer also nicht möchte, dass sein Gesicht vermessen
und in Datenbanken des Innenministeriums (und anderer artverwandter
Organisationen) abgespeichert wird, sollte sich noch vor Pfingsten
einen neuen Reisepass besorgen.
Nähere Infos auch unter der Rubrik "Datenschutz".

Seit 12. März verwöhnen
wir unsere LeserInnen mit einer neuen Rubrik. Heinz Högelsberger
hat seine umfangreichen Recherchen zum Thema "Arm und Reich"
abgeschlossen. Lesen sie mehr darüber hier
...

Was machen Luxus-Geländeautos
in Städten?
Luxus-Geländeautos nehmen in unseren Städten
überhand. Was für die Reichen ein nettes Spielzeug ist,
stellt für alle anderen eine doppelte Gefahr dar: Einerseits
saufen diese Ungetümer doppelt soviel Sprit als normale Autos
und blasen damit auch doppelt soviele Abgase in unsere Lungen. Weiters
sind die hohen Kühlerhauben im Falle eines Crashs ein enormes
Sicherheitsrisiko für Fußgänger - und hier speziell
für Kinder. Ein besonderes Unding sind die sogenannten "Bullenfänger";
also der Rammschutz an der Vorderfront: Deren einzige Aufgabe besteht
offenbar darin, Passanten möglichst schwer zu verletzen.
Folgerichtig bezeichnet Londons Bürgermeister
Ken Livingstone Allradfahrer in der Stadt schlichtweg als "Idioten".
In Paris lassen die sogenannten "Degonfles" (= die Entlüfter)
den Geländeautos einfach die Luft aus den Reifen. Und in Österreich
gibt es die "Ökosau"-Pickerln. So wirds gemacht:
Pickelvorlage ausdrucken - auf kopierfähiges Etikettenpapier
kopieren - ausschneiden - und Pickerl auf geeignete Objekte kleben
(vor Sachbeschädigungen wird hiermit pflichtgemäß
gewarnt).
--> "Ökosau-Pickerl"
Vorlage (pdf)

Neuer „Sicherheitsreisepass“ ist
Überwachungspass
Zufall oder nicht: Am gleichen Tag – nämlich
dem 29. November 2005 – passierte einerseits ein Gesetz über
die neuen Reisepässe den Ministerrat, andererseits beschloss
der Innenausschuss des Nationalrates mit den Stimmen von ÖVP,
BZÖ und SPÖ noch mehr Polizeibefugnisse bei der Videoüberwachung
- nämlich im Bereich der „erweiterten Gefahrenforschung“.
Beide Maßnahmen gehören zusammen und bedingen einander.
"Sicher" am neuen Reisepass ist dabei nur,
dass er zu noch mehr Überwachung und Bespitzelung der BürgerInnen
führen wird. Auf einem Chip im Pass werden dann biometrische
Daten des Besitzers (digitalisiertes Bild des Gesichts) gespeichert
sein; 2009 kommen auch noch die Fingerabdrücke dazu.
Gerade rechtzeitig dürfen seit Jänner 2005
Videoaufnahmen von öffentlichen Plätzen von der Polizei
aufgezeichnet werden. Diese Möglichkeiten sollen nun erweitert
werden. Gekoppelt mit biometrischen Daten würden aus wahllos
gefilmten und weitgehend anonymen Menschen plötzlich solche
mit Name und Adresse, Sozialversicherungsnummer (Zentrales Melderegister)
und Krankengeschichte (E-Card). Die Behörden wüssten dann
von ihren BürgerInnen lückenlos, wann sie sich gerade
wo aufhalten.
Zu diesen Datenschutzproblemen kommt noch ein demokratiepolitischer
Skandal: Die EU-weite Einführung des biometrischen Reisepasses
wurde von genau 25 Menschen beschlossen, nämlich den EU-Innenministern.
Weder das Parlament noch die Bevölkerung konnte dabei mitreden.
Offizieller Grund für die neuen Pässe sind die verschärften
Einreisebedingungen in die USA. Da aber nur ein Bruchteil der EU-BürgerInnen
tatsächlich dorthin reist, sind die USA wohl nur ein willkommener
Vorwand, die Überwachungsschraube noch etwas fester zu drehen.
Auch wenn ihr Reisepass noch nicht abgelaufen ist:
Besorgen sie sich noch rechtzeitig einen unbiometrischen Reisepass!
Nähere Informationen finden Sie in unserer Rubrik
„Datenschutz“.

Kein Geld für Weihnachten
Die Handelsforscher rechnen und vor, dass jeder
von uns statistisch rund 350 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben
wird. Doch der Konsumrummel geht an vielen Menschen in Österreich
vorbei: Eine wachsende Zahl kann sich Geschenke nicht mehr leisten.
Denn die Zahl jener, die mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen,
wächst. Dazu tragen die steigende Arbeitslosigkeit, die Zunahme
präkerer Beschäftigungsverhältnisse sowie da Ansteigen
der Lebenshaltungskosten bei gleich bleibenden oder sinkenden Einkommen
bei. "Für viele ist Weihnachten ein echtes Problem, weil
der Mangel besonders sichtbar wird", sagt Martin Schenk von
der Armutskonferenz. Noch nie sei die Nachfrage nach finanziellen
Hilfen so groß wie heuer gewesen, heißt es bei den Hilfsorganisationen.
Auch bei der Caritas registriert man ein rasantes Ansteigen der
Ansuchen. Präsident Küberl: "Wir könnten heuer
zwei bis drei Mal mehr an Soforthilfen vergeben als wir haben".
Teilweise werde das Geld dringend gebraucht, um die Rechnung für
Strom oder Miete zu zahlen. "Da ist von Weihnachtsgeschenke
noch gar nicht die Rede." Kann man nicht einfach auf Weihnachtsgeschenke
verzichten, wenn man dafür kein Geld hat? Verzichten sein einfach,
wenn man dazu nicht gezwungen werde, antwortet Küberl. Wenn
man seinen Kindern nicht schenken könne sei das bitter. Nicht
jeder könne damit umgehen. Die Gefahr sich zu verschulden,
sei zu Weihnachten groß....[Salzburger Nachrichten, 17.12.2005].

Tipps für etwas andere
Weihnachtsgeschenke
Produkte, von tollen
sozialen Initiativen hergestellt:
www.trashdesign.at
- Design-Artikel aus Müll.
www.werkstaette-opus.at
- Tolle Dinge aus Karton und Holz.
www.gabarage.at
- Design-Artikel aus Müll.
www.balance.at
- Vasen, Lampen, Schalen usw. aus ökologisch unbedenklichen
Materialien, gefertigt von Erwachenen mit körperlichen und
mehrfachen Behinderungen.
www.alom.at/twh
- Textile Produkte aus dem Mühlviertel.
www.braille.at
- Hochwertige Besen, Bürsten und Korbwaren von Blinden produziert.
www.leibundsoel.at
- Holzspielwaren und Musikinstrumente produziert von Behinderten.
www.pare.vhbi.at
- Teppiche von einem sozialökonomischen Betrieb der Volkshilfe.
www.pool7.at -
Bilder, Alltagsdesign, Möbel aus ökologisch wertvollen
Materialien.
www.ts-tragwerk.at
- Keramik aus Freistadt.
www.fairtrade.at
- Liste von fair erzeugten Produkten und wo man sie bekommt.
Geschäfte:
www.basargesmbh.at
- Second Hand-Laden in Linz.
www.issba.at -
Fair-Trade-Produkte und Geschenke in Imst(Tirol)
www.eza3welt.at
- Die Weltläden mit ihren Fair Trade-Produkten
www.verein-insieme.at
- Spieleverkauf aus sozialökonomischem Betrieb.
www.box.volkshilfe.at
- Second Hand-Laden der Volkshilfefür Kleidung und Schuhe.
www.vhbi.at/9wuerfel/
- Gebrauchte Möbel von der Volkshilfe.
www.pa-re.volkshilfe.at
- Teppiche aus dem Volkshilfeprojekt PA-RE.
www.caritas-wien.at
- Carla-Second Hand-Laden der Caritas für Möbel, Haushaltwaren
und Textilien in Wien.
www.caritas-vorarlberg.at
- Carla-Geschäfte für Möbel und Textilien in Vorarlberg.
www.troedlerladen.at
- Gebrauchte und renovierte Möbel in Wels.
www.wams.at -
Second Hand-Läden in Tirol
Sonstiges:
www.regenwald.at
- Gutscheine, um Regenwald freizukaufen.
www.oekostrom.at
- Schenken sie Freunden den Umstieg zu einem sauberen Stromanbieter.
www.itnp.wu-wien.ac.at
- Das abfallarme Geschenk 2005.
www.kosmetik.twoday.net/topics/naturkosmetik
- Naturkosmetik.
www.oebb.at - Machen
Sie für autofahrenden Freunde eine ganz persönliche Mobilitätsberatung
(mit Einschulung in die Benutzung der berüchtigten Fahrkartenautomaten
der ÖBB).
www.inigo.at -
Laden Sie ins Stadtbeisl “Inigo” (sozialökonomischer
Betrieb der Caritas).
www.promente-wien.at
- Dasselbe gilt für das Cafe-Restaurant “Max” (ebenfalls
in Wien)

Kauf-Nix-Tag 2005
Samstag, 26.November 2005
15 Prozent der Weltbevölkerung beanspruchen 79
Prozent aller Reichtümer, während sich die große
Mehrheit mit dem Rest bescheiden muß. Laut UNO-Entwicklungsprogramm
(UNEP) entfallen auf die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung
86 % des privaten Konsums, während sich die 20 Prozent der
Ärmsten 1,1 Prozent teilen. Das reiche Fünftel verursacht
53 Prozent der Kohlendioxidemissionen, das ärmste Fünftel
gerade drei Prozent.
Speziell der Streß und der Einkaufswahn in der Vorweihnachtszeit
wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die ungerechte Verteilung
in unserer Welt.
Doch man kann etwas dagegen tun: Der "Kauf-Nix-Tag" zeigt
es vor! 24 Stunden Einkaufsmoratorium, 24 Stunden kein Geldausgeben.
Der "Kauf-Nix-Tag" wird schon seit Jahren
in Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland durchgeführt.
Mit originellen Aktionen werden die gehetzten KonsumentInnen zum
Mitmachen und Nachdenken aufgefordert.
So liegen in der Wiener Mariahilferstraße an diesem Tag schon
seit Jahren Weihnachtmänner faul in Liegestühlen herum
- und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter werden wiederverwertet
und mit der Botschaft des Tages versehen: "Kauf Nix".
Die Reaktion der PassantInnen schwankt zwischen Belustigung, Erstaunen
und Zustimmung.
In anderen Ländern zeigen AktivistInnnen, wie man mittels Schere
Kreditkarten unschädlich machen kann oder sie verteilen Geschenkverzichtserklärungen
zum weihnachtlichen Nichtbeschenken.
Mitmachen ist am "Kauf-Nix-Tag" ganz einfach - indem sie
beim Weihnachtsshopping einfach nicht mitmachen!
Zum dem Thema “Weihnachtswahnsinn” passend
ein Artikel aus den Salzburger Nachrichten (8.10.2005):
Weihnachtskeks im Herbst
Kaum ist der Sommer vorbei, füllen sich die Regale
im Handel schon mit Weihnachtsartikeln. Die Handelskette Billa beispielsweise
bietet ihren Kunden bereits seit Anfang September Weihnachtsgebäck
wie Lebkuchen und Vanillekipferl an. Auch das Großhandelsunternehmen
Metro füllt seine Regale ab dem 10. Oktober mit Weihnachtsartikel.
Kekse gebe es schon früher, erklärte Alfred Wiesinger,
Abteilungsleiter für Süßwaren. Wiesinger ist nicht
der Meinung, dass der Bedarf an Weihnachtssortiment schon jetzt
gegeben ist. "Es liegt an der Industrie, die die Waren schon
jetzt erzeugt", meint er.
Wieso beginnt Weihnachten jedes Jahr ein bisschen
früher? "Weihnachtsartikel sind Zeichen für eine
schöne Zeit, die nicht enttäuscht.", erklärt
Helene Karmasin vom gleichnamigen Institut für Meinungsforschung.
Außerdem würden sich die Saisonen immer mehr ineinander
verschieben, meint die Motivforscherin. "Wir wollen, dass immer
alles verfügbar ist". Als Beispiel nennt sie die Modebranche
, die ihre Winterartikel bereits im Sommer anbietet. "Leider
geht bei all dem verloren, dass man sich noch auf etwas freut."
"Der erste ist der schnellste am Markt"
– an diesem Prinzip orientiert sich der Handel, sagt Alfred
Höflmaier von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer. Heimo
Typplt von der Arbeiterkammer Salzburg weiß von "Eltern,
die sich immer wieder darüber beschweren, dass ihre Kinder
schon im Frühherbst mit Advent- und Weihnachtsartikeln konfrontiert
werden".

Seit 17. Mai neu:
Alles zum Thema Datenschutz, Abhören, elektronische Chipkarte
etc. lesen sie hier.

aus der Rubrik:
"Das unnötigste Produkt des Monats"
eine Pannewarnweste für
Hunde um wohlfeile Euro 19,90 ,-


Fernsehfreie Woche 25. April
bis 1. Mai 2005
Unter dem Motto „Turn off TV, Turn on Life“
findet in den USA schon zum zwölften Mal die „TV-Turnoff
Week“ – also die fernsehfreie Woche statt. Einige Daten,
die zeigen, wie notwendig solche Initiativen sind:
· In einem US-Haushalt läuft ein Fernseher
durchschnittlich: 7 h 40 min!
· 40 Prozent der AmerikanerInnen sehen beim Abendessen immer
oder oft fern.
· Durchschnittlich sitzen in den USA einjährige Kinder
schon sechs Stunden pro Woche vor dem TV-Gerät
· Täglich sitzt ein DurchschnittsamerikanerIn mehr als
4 Stunden vor dem Fernseher.
· In Deutschland sehen die Leute etwas weniger fern: 3 h
23 min,
· in Österreich immerhin noch zweieinhalb Stunden.
Auch in Österreich Fernsehen also die Freizeit“aktivität“
Nummer ein. Zweieinhalb Stunden täglich Fernsehen bedeutet
ein Zehntel seines Lebens vor dem TV-Gerät zu sitzen. Oder
anders ausgedrückt: Die Menschen in Österreich verbingen
mehr Zeit vor dem Fernseher als im Urlaub! Also ist es einen Versuch
wert, eine Woche lang Pause vom Fernseher zu nehmen. Sie werden
sich wundern, wieviel Zeit sie plötzlich haben!
www.tvturnoff.org
www.adbusters.org/metas/psycho/tvturnoff

Am 27. November 2004 war
„Kauf Nix Tag“
Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag auf der Wiener Mariahilferstraße.
Jedes Jahr dasselbe Bild: Gehetzte KonsumentInnen jagen schwer bepackt
von Geschäft zu Geschäft. Doch wie jedes Jahr liegen mitten
im Gewühl Weihnachtsmänner faul in Liegestühlen herum
- und machen Pause. Sie leisten sich den wirklich wahren Luxus:
Sie haben ZEIT. Weggeworfene Werbezettel werden wiederverwertet
und mit der Botschaft versehen: „Kauf Nix!“. Mittels
einer aufgestellten Schneidemaschine können Passanten ihre
Kredit-, Bankomat- oder Kundenkarten zerschneiden und somit unschädlich
machen. Gegen das Versprechen, an diesem Tag nicht mehr einzukaufen,
bekommen Interessierte ein altes T-Shirt mit einem neuen Kauf Nix
Tag-Aufdruck geschenkt.
Kauf Nix Tag in Wien (International Buy
Nothing Day)
Samstag, 27. November 2004 ab 11:00 Uhr
Ecke Mariahilferstraße/Neubaugasse

Diese skurille Aktion ist Teil des internationalen Buy Nothing
Days der schon seit einigen Jahren in Nordamerika, Australien und
Neuseeland (dort am Freitag, den 26. November), sowie in Europa
durchgeführt wird. Der Hintergrund:
Laut UNO-Entwicklungsprogramm (UNEP) entfallen auf die reichsten
20 Prozent der Weltbevölkerung 86 Prozent des privaten Konsums,
während sich die 20 Prozent der Ärmsten 1,1 Prozent teilen.
Das reiche Fünftel verursacht 53 Prozent der Kohlendioxidemissionen,
das ärmste Fünftel gerade drei Prozent. Allein die 12
Prozent der globalen Bevölkerung, die in Nordamerika und Westeuropa
leben, sorgen für 60 Prozent des Konsums. Macht mehr Konsum
glücklich? Ein Drittel der US-Amerikaner bezeichnet sich als
„sehr glücklich“ - das sind gleichviel wie 1957,
als die Leute nur halb so viel Geld hatten.
Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer;
sowohl weltweit, als auch in Österreich. Hierzulande erzielten
zwischen 1995 und 2001 die obersten 20 Prozent der Einkommensbezieher
einen Einkommenszuwachs von 23 Prozent (2,9 Mrd Euro). Die unteren
60 Prozent der Pyramide konnten ihr Einkommen lediglich um 10 Prozent
(absolut: 2,5 Mrd Euro) steigern. Die Wohlhabenden trösten
sich mit erhöhten Konsum über ihren gestreßtes Leben:
Die Verarmten wollen mithalten, können es sichg aber nicht
mehr leisten. So richtig glücklich dabei ist niemand
Die Anzahl derer, die bei diesem kollektiven Wahnsinn nicht mehr
mitmachen wollen oder können, steigt von Jahr zu Jahr. Teure
Geschenke müssen nämlich mit Arbeits- und damit Lebenszeit
erkauft werden. Da ist es doch viel einfacher, ökologischer
- und obendrein steuerfrei (!) - Zeit direkt an Menschen, die einem
nahestehen, zu verschenken.
Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist der „Kauf
Nix Tag“. Man gönnt damit sich und der Umwelt eine Atempause.
24 Stunden Einkaufsmoratorium, 24 Stunden kein Geldausgeben. Mitmachen
ist am 27. November ganz einfach - indem man beim Weihnachtsshoppen
einfach nicht mitmacht!
Fest des Konsums: Was
ist aus der stillsten Zeit im Jahr geworden? Die Österreicher
essen und trinken zu viel, sind genervt und leiden unter der „Weihnachtsdepression“.
In einer repräsentativen Umfrage des Fonds „Gesundes
Österreich“ erklärten etwa die Hälfte der Befragten,
Weihnachten habe längst seine ursprüngliche spirituelle
Bedeutung zugunsten eines übermäßigen Konsums verloren
und sei zum „Fest der Einsamkeit, des Streits und der Traurigkeit“
geworden. Ein Drittel der 500 befragten Personen sagten, in ihren
Familien komme zu „feiertagsbedingten Streitereien“,
und ebenso viele sind von der anrückenden Verwandtschaft genervt.
„Wenn ich wenigstens jemanden zum Streiten“, hätte,
mögen sich vielleicht die 200.000 Österreicher denken,
die ihren Weihnachtsaben völlig allein verbringen müssen.
Fast ein Viertel der Witwer und Witwen in Österreich leiden
deshalb unter der sogeannten „Weihnachtsdepression“.
Auch andere körperliche Probleme stellen sich zur „stillsten
Zeit des Jahres“ bei vielen Menschen ein: Fast die Hälfte
der Österreicher trinken und essen während der Feiertage
zu viel, vor allem die Männer [Salzburger Nachrichten, 18.12.1999].
Konsumrausch
statt Liebe und Zeit: Während des Jahres schenken viele
Eltern ihren Kinder zuwenig Zeit. Dafür bekommen die Kleinen
zu Weihnachten teure Geschenke statt Zuneigung und Wärme. Jugendpsychologin
Monika Penteris kennt dieses Problem: „Bei unserer Hotline
rufen zahlreiche Jugendliche an und beschweren sich, daß ihre
Eltern keine Zeit für sie haben.“ Immer mehr Eltern schenken
Computer. Damit die Kleinen beschäftigt sind und die Großen
ihre Ruhe haben. Monika Peteris setzt kürzlich ein Signal gegen
diese „Zeitfreßmaschinen“. Sie verteilte am Stephansplatz
„Zeitgutscheine“. Auf dem Schriftstück, das Kinder
mit nach Hause nahmen, fand sich ein Appell an die Eltern. „Den
meisten ist nicht bewußt, daß sie sich zuwenig Zeit
nehmen. Das ist einfach ein Symtom unserer Zeit“. Psychologe
Max Friedrich: „Entweder versucht man, in die übliche
Zeit zuviel Inhalt zu verpacken oder eine Aufgabe in immer kürzer
werdender Zeit zu erledigen: Die heutige Hektik ist selbstgemacht.“
Als eine Ursache für diese Entwicklung nennt Friedrich die
„Freizeitsüchtigkeit“: „Viele versuchen,
die Notwendigkeiten des Lebens möglichst rasch abzuhaken, um
keine Freizeit zu verlieren.“ [Die Presse, 24.12.1999].
Psychoterror
durch Lieder: Ständige Weihnachtsmusik lange vor dem
24. Dezmber macht Handelsbedienstete krank. Die Gewerkschaft will
die „Dauerberieselung“ in Geschäften einschränken
[Salzburger Nachrichten, 3.12.2003].
Zwei Drittel
wollem besinnliches Fest [Salzburger Nachrichten, 24.12.2003].
Tipp für den 8. Dezember
Statt in Einkaufsstraßen oder-zentren den VerkäuferInnen
auf die Nerven zu gehen, die am Feiertag arbeiten müssen, besuchen
Sie doch lieber die Großkundgebung in der Stopfenreuher Au!
Das Motto: „20 Jahre nach Hainburg - Die Au ist wieder in
Gefahr“. Näheres unter
www.20-jahre-hainburg.at
Weitere Links:
www.adbusters.org Die Schöpfer
des Buy Nothing Days in Kanada; mit Plakaten, Werbespots und Gutscheinen
zum Runterladen.
www.buynothingday.co.uk
„Buy Nothing Day“ in Großbritannien

Dieser „Renitent“-Artikel
erscheint in der Zeitschrift „Neue Umwelt“
Wider der Weihnachtsbeleuchtung
Weihnachtsbeleuchtung in Einkaufstraßen - wie der Wiener
Mariahilferstraße - gibt es schon seit Jahrzehnten. Daran
hat man sich inzwischen gewöhnt. Neu ist hingegen die Entwicklung,
sein Eigenheim - oder wenigstens den Balkon - zu illuminieren. Weihnachten
2002 stellte alles Bisherige in den Schatten: Damals wurden doppelte
so viele Lichterketten verkauft als im Jahr davor. Seither geht
der Trend ungebremst weiter. Lichterketten sind schon aufgrund der
riesigen Anzahl an Lämpchen wahre Stromfresser, die dann viele
Stunden brennen. Verschärfend kommt hinzu, dass gerade im Winter
der Strombedarf ohnehin erhöht, die saubere Erzeugung von Elektrizität
jedoch niedrig ist. Die entstehende Lücke wird mit kalorisch
produzierten Strom oder Atomkraft gefüllt. Jede zusätzliche
und unnötige Stromquelle heizt also die Nachfrage an dreckigen
Strom an!
Hinzu kommt, dass diese weihnachtlich beleuchteten Häuser
meist einen Las-Vegas-Charme verbreiten, der nur als ästhetische
Umweltverschmutzung zu werten ist. Das Perfide liegt darin, dass
unbeteiligte Passanten und Nachbarn den Anblick der mit Lichterketten
behängten Häuser ertragen müssen, während sich
die Verursacher diesem Kitsch leicht entziehen können: Sie
wohnen ja in diesen Häusern. Bedenklich ist, dass es offensichtlich
einen globalisierten Geschmack gibt, wie Weihnachten auszusehen
hat: Fassadenkletternde Weihnachtsmänner, Rentierschlittengarnituren,
Lichtkaskaden - am besten blinkend. Wieder hat ein Kommerzgag „made
in USA“ dem Rest der Welt seinen Stempel aufgedrückt.
Und da kann es passieren, dass man in der Adventzeit über die
kleine Karibikinsel Tobago schlendert und aus einem Vorgarten ein
beleuchteter lebensgroßer Plastikschneemann herausgrinst...
Am 29. November 2003 war "Kauf Nix
Tag"
Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag auf der
Wiener Mariahilferstraße. Jedes Jahr dasselbe Bild: Gehetzte
KonsumentInnen jagen schwer bepackt von Geschäft zu Geschäft.
Doch mitten im Gewühl liegen Weihnachtsmänner faul in
Liegestühlen herum - und machen Pause. Weggeworfene Werbezettel
werden wiederverwertet und mit der Botschaft versehen: "Kauf
Nix!"
Kauf Nix Tag in Wien (International Buy Nothing
Day)
Samstag, 29. November 2003 ab 11:00 Uhr
Ecke Mariahilferstraße/Neubaugasse

"Korruptes Österreich"
Spannend erzählt und mit vielen Beispielen untermauert
(u.a. "KHG lässt grüßen") startet ab 27.11.2003
ein neues Themengebiet auf www.renitent.at. Über das schlampige
Verhältnis zwischen Wahrheit und Anstand in Österreich
lesen sie mehr unter "Korruptes
Österreich".

"Ladenöffnungszeiten" und
"Lifestyle" - Zwei neue Themenbereiche auf www.renitent.at
Seit 1.August 2003 ist die webpage www.renitent.at
um zwei weitere Themenblöcke reicher geworden.
Alles über Öffnungszeiten, Nahversorgung
und wie man und frau länger und geistloser shoppen kann finden
sie unter der Rubrik "Ladenöffnungszeiten".
Unter "Lifestyle"
hat sich renitent.at den aktuellen Trends einmal angepasst und liefert
interessantes, informatives und witziges über Lebensstil, Jugendkult(ur),
Essen, (Frei-)Zeit und deren Gegenbewegungen.
VIEL SPASS beim Lesen wünscht renitent.at.
Der Krieg im Irak
Die Themen:
Gott und Geld
Firmen, die vom Irak-Krieg profitieren
Die Privatisierung der US-Armee

Gott und Geld
[aus OÖ Nachrichten, 4.4.2003, Kommentar
von Gerhard Maurer]
George W. Bush hat, man weiß es, eine „göttliche
Mission“: Mit der Bibel in der einen und dem Marschflugkörper
in der anderen Hand befreit er die Welt vom Bösen. Aber Georg.
W Bush ist nicht nur gottesfürchtig, sondern auch geschäftstüchtig.
Noch vor dem Krieg, den er zwar schon vor langer Zeit angekündigt,
aber nie gewollt hat, forderte er US-Unternehmen auf, sich um Aufträge
für den Wiederaufbau Iraks zu bewerben. Welch ein Zufall: Es
waren Unternehmen, die in der letzten Präsidentenwahlkampagne
fleißig für den Kandidaten George W. Bush und seine Republikaner
gespendet hatten. Auf diese Weise hat George. W Bush ein Finanzierungsmodell
geschaffen, das eigentlich den Wirtschafts-Nobelpreis verdient:
Die US-Streitkräfte sorgen zunächst mit
Raketen, Bomben und Granaten dafür, dass es im Irak genügend
zum Wiederaufbauen gibt. Dann kommen dies US-Unternehmen und bauen
wieder auf. Finanziert wird dieser Wiederaufbau durch die Erdöleinnahmen
des dankbaren befreiten irakischen Volkes, dem US-Ölgesellschaften
brüderlich zur Hand gehen....
Bösen Zungen behaupten aber eher
das ...

Firmen, die vom Irak-Krieg
profitieren
Folgende Liste zeigt einige der
Firmen, die viel am Irak-Krieg verdienen werden. Renitente Konsumenten
haben es in der Hand, durch ihr Einkaufsverhalten, den Gewinn einiger
dieser Multis zu schmälern:
Erdölindustrie:
Der Irak ist das Land mit den
wohl größten Erdölreserven. Amerikanische und britische
Erdölkonzerne dominierten bis in die 70er Jahre die Förderung.
Seit der Verstaatlichung der irakischen Erdölindustrie haben
sie diese wichtige Rolle verloren, und harren in den Startlöchern
auf eine Rückkehr. Denn derzeit haben hauptsächlich russische
und französische Firmen Kooperationsverträge, um die verschiedenen
irakischen Ölfelder auszubeuten. Dies kann u.a. eine Erklärung
für die Anti-Kriegs-Politik Russlands und Frankreichs, sowie
die genau gegenteilige Politik der USA und Großbritanniens
sein. Immerhin hat die Öl- und Gasindustrie die Wahlkampagne
von G.W. Bush mit 25,4 Millionen Dollar Spenden unterstützt.
| Firma |
Land |
Bemerkungen |
Marken |
| Exxon-Mobil |
USA |
|
Esso, Mobil |
| Chevron-Texaco |
USA |
US-Sicherheitsberaterin Condoleeza
Rice saß im Aufsichtsrat, ein Tanker ist nach ihr benannt |
Chevron, Texaco, Caltex |
| BP-Amoco |
GB |
|
BP, Aral, Castrol |
| Shell |
GB |
|
Shell |
| Halliburton |
USA |
Großer Produzent von Erdöllieferanlagen,
US-Vize-Präsident Cheney war dort zwischen 1995 und 2000
Aufsichtsratsvorsitzender und bezieht noch immer Zahlungen
von dort |
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Firmen, die am Wiederaufbau verdienen werden:
| Firma |
Land |
Bemerkungen |
Marken |
| Kellog Brown & Root |
USA |
Tochterfirma von Halliburton (s.o.),
hat schon den Auftrag, Erdölbrände zu löschen |
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| Halliburton |
USA |
Diese Firmen beteiligen
sich an einer Ausschreibung über bis zu 900 Milliarden
Dollar/€ für den Wiederaufbau des IraksGroßer
Produzent von Erdöllieferanlagen, US-Vize-Präsident
Cheney war dort Direktor und bezieht noch immer Zahlungen
von dort |
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| Bechtel |
GB |
International Water, BCN Data Systems,
Alterra |
| Fluor |
USA |
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| Louis Berger |
USA |
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Links zum Thema "consumer
boycott of American goods and services":
www.consumers-against-war.de
www.adbusters.org
Die Privatisierung der
US-Armee
Immer mehr militärische
Aufgaben in der modernen Kriegsführung werden von ausgesourcten
Unternehmen des amerikanischen Verteidigungsministeriums übernommen.
So sorgen Unternehmen wie Military Professional Resources Inc. (MPRI),
Logicon, DynCorp, Vinnell oder Integral System für Truppentransporte,
produzieren Satellitensysteme für (militärische) Wettervorhersagen,
stellen Handbücher für den Militärdienst her oder
bilden im Auftrag der US-Regierung Soldaten aus. So wurde die Ausbildung
von Streitkräften bereits auf dem Balkan oder in Afrika von
privaten Unternehmen durchgeführt. Auch die 3000 Exiliraker,
die im ungarischen Stützpunkt Tascar einem militärischen
Training unterzogen worden sind, kamen zum "Genuss" einer
weitgehend privat organisierten "Erziehung".
Als eine der Folgen dieser Entwicklung ist z.B. die Truppenstärke
der amerikanischen Landstreitkräfte von 780.000 Soldaten Anfang
der 90er Jahre auf 480.000 (heute) geschrumpft.
Die Vorteile dieser outgesourcten Unternehmen liegen laut Standardbericht
für das Pentagon auf der Hand: "Wirtschaftlich gesehen
sind sie rentabler, in ihrer Arbeit erheblich flexibler, für
Medien und Politiker unsichtbarer" (Der Standard, 22-23.
März 2003).

Zweimal 11. September
Am 11. September 1973
putschte das chilenische Militär unter General Pinochet gegen
den gewählten Präsidenten Salvador Allende. Neben Allende
wurden bei diesem Militärputsch mehr als 5000 Menschen umgebracht.
Der Friedensforscher Johan Galtung bezeichnet deshalb den Koordinator,
Drahtzieher und späteren US-Außenminister Henry Kissinger
als "Bin Laden Chiles". Übrigens: Die beiden Hauptverantwortlichen
für den Putsch - nämlich Kissinger und Pinochet - leben
nach wie vor friedlich und unbehelligt.
Am 11. September 2001
gab es bei den Terroranschlägen in New York und Washington
rund 3000 Todesopfer.....inzwischen haben die USA in Afghanistan
"aufgeholt": Laut eigenen Angaben hat das US-Militär
bei den Bombardierungen bisher 4000 unbeteiligte Zivilisten umgebracht
[Der Standard, 10.01.2002].
Ein interessanter Link zum Thema
11. September: http://www.whitehouse.org/initiatives/patriot/index.asp

Am
14. Februar ist Valentinstag!
Wenn Sie Blumen schenken,
dann solche aus menschenwürdiger und umweltschonender Produktion!
Viele der bei uns angebotenen
Blumen stammen aus Kolumbien, Ecuador, Kenia oder Simbabwe und werden
dann per Luftfracht nach Europa gebracht. Diese langen Transportwege
sind ökologischer Wahnsinn, doch noch viel schlimmer sind die
katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort: Miserable Löhne,
unsichere Arbeitsverträge, Unterdrückung freier Gewerkschaften
und Gesundheitsgefahren durch massiven Pestizideinsatz sind oft
die Norm.
Doch es gibt Alternativen: Das
"Flower Label Programm (FLP)". Blumen mit dem FLP-Siegel
wurden unter menschenwürdigen Bedingungen gezüchtet. Grundprinzipien
des „Flower Label Programms“ sind Gewerkschaftsfreiheit,
Festanstellung und existenzsichernde Löhne, Verbot der Diskriminierung
von Frauen, der Kinder- und Zwangsarbeit, Schutz der Gesundheit
und der Umwelt durch die Reduktion des Pestizideinsatzes.
Eine Liste der Blumengeschäfte
in Österreich, die Blumen mit dem FLP-Siegel führen findes
sie utner www.fian.at
Links:
www.fian.at FIAN
steht für Food First Informations- und Aktionsnetzwerk
www.fian.de/blumen/
Infos über das „Flower Label Programm (FLP)“ aus
Deutschland
Wenn Sie trotz FLP-Siegel
keine Blumen schenken wollen, dann bietet sich folgende Alternative
an!
Mit einem Regenwald-Zertifikat
können Sie Blumen (das LEBEN) schenken.
Der sogenannte „Regenwald
der Österreicher“ – der Esquinas-Regenwald in Costa
Rica – beherbergt zahlreiche Blumenarten, denen Sie die Möglichkeit
geben können, auch weiterhin in einer Intakten Umgebung zu
gedeihen.
Denn mit Ihrer Spende kann der Verein „Regenwald der Österreicher“
[www.regenwald.at]
gefährdete Grundstücke freikaufen und in den Nationalpark
"Piedras Blancas" einbringen. Sie erhalten dafür
ein Zertifikat [www.regenwald.at/RGS/RWAnteil.html]
als Geschenk für ihre Valentina oder ihren Valentin.
Links:
www.regenwald.at/RGS/RWValentin.html
Alle Infos über den „Regenwald der Österreicher“
und wie Sie am Valentinstag Blumen (das Leben) schenken können.
www.regenwald.at/RGS/RWAnteil.html
Ein Regenwald-Zertifikat bestellen.

Alle Jahre früher
oder "Die Eskalation der Besinnlichkeit"

(Kurier, Sa 12.Okt. 2002)
Montag, 7.Oktober:
Schönster Altweibersommer - Noch einmal Menschen in T-Shirt
und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher
keine besonderen Vorkommnisse in der Hauptstraße.
Dann plötzlich um 10:47
Uhr kommt der Befehl von Hofer-Geschäftsführer Erich B.:
"Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!"
Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst
reagiert Mondo-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig
mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an
der Kasse.
15:07 Uhr: Zielpunkt-Marktleiter
Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta
und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr: Die Filialen von Billa und Merkur bekommen Kenntnis von
der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten
nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen
bis zum 16.September. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.
Dienstag, 8.Oktober:
07:30 Uhr: Im Eingangsbereich von Interspar bezieht überraschend
ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner
vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren
Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die
Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen.
Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig
zuschauen. Immerhin haben jetzt auch H&M, C&A, Bipa und
DM den Ernst der Lage erkannt.
Mittwoch, 9.Oktober:
09:00 Uhr: Billa setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
09:12 Uhr: Mondo kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln
im Tiefkühlregal.
10:05 Uhr: Im Donauzentrum verirren sich Dutzende Kunden in einem
Wald
von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Merkur: An der Käsetheke
wird mit sofortiger Wirkung ein "Frohes Fest" gewünscht.
Die Schlemmerabteilung von Eurospar kündigt für den Nachmittag
Vergeltungsmaßnahmen an.
Donnerstag, 10.Oktober:
07:00 Uhr: Interspar schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
08:00 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisensitzung fordert der
aufgebrachte Zielpunkt-Geschäftsführer Walter T. von seinen
Mitarbeitern lautstark: "Weihnachten bis zum Äußersten"
und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz
gefürchteten CD: "Weihnachten mit Mireille Matthieu"
über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.
Freitag, 11.Oktober:
08:00 Uhr: Bewohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer
einstweiligen Verfügung die nun von Interspar angedrohte Musikoffensive
"Heiligabend
mit den "Flippers" zu stoppen.
09:14 Uhr: Ein Hofer- Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt
den Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Interspar
zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
09:30 Uhr: Hofer dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um
Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.
18:00 Uhr: In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen
in der Stromversorgung als der vom XXXLutz beauftragte Pensionist
Karl W. mit seinem Flak-Scheinwerfer Marke "Varta Volkssturm"
den Stern von Bethlehem in den Himmel zeichnet.
Samstag, 12.Oktober:
Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend
aggressiver.
10:37 Uhr: Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin
Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Merkur-Parkplatz
zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden.
Die Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Interspar,
Billa und Mondo die Einkaufszone mit Schneekanonen. Die Polizei
mahnt die Räum- und Streupflicht ein. Umsonst!
14:30 Uhr: Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel
des Bundesheers beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen: Menschen
wie Du und ich, die nur mal in der schönen Herbstsonne bummeln
wollten.
In diesem Sinne: Frohes Fest!!!?

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