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Sind Sie Kunde der Telekom Austria? Auch Sie bezahlten mit ihrer Rechnung so ehrenwerte Figuren wie die Waffenhändler Mensdorff-Pouilly und Schlaff. Via Hochegger finanzierten Sie Parteien, einerlei, ob diese für Sie wählbar sind oder nicht. Weiters ermöglichten Sie zahlreichen Telekom-Managern Boni von fast zehn Millionen Euro, die sie durch Manipulation von Aktienkursen ergaunerten. Der ehemalige IV-Sekretär und jetzige ÖIAG-Chef Beyrer ging auf Ihre Kosten Jagen. Und offenbar schmierten Sie auch ehemalige Minister. All das dürfte aber nur die Spitze eines Eisberges sein.

Dass die Telefon-Liberalisierung eine Erfolgsgeschichte ist, trifft für die Genannten zweifelsfrei zu. Sie hatten davon nur eine überhöhte Telefonrechnung! Kontaktieren Sie die Telekom und verlangen Sie Ihr Geld zurück!

A1 Telekom Austria AG
Lassallestraße 9
1020 Wien
Postfach 1001
1011 Wien

Telefon: 050 664 0
www.a1.net

…oder tauschen Sie sich bei www.a1.net/forum mit anderen „Usern“ aus.

„Sieben Millionen für den Werner“ Fahren Sie mit der Bahn? Als Kunde der ÖBB - aber auch als SteuerzahlerIn - haben Sie ÖBB-Inserate in Millionenhöhe mitfinanziert. Diese dienten nur dazu, den damaligen Verkehrsminister Werner Faymann zu bewerben und den schlimmsten Boulvardzeitungen Geld in den Rachen zu werfen.

Schreiben Sie doch dem Bundeskanzler, dass Sie Ihr Geld zurückhaben wollen: werner.faymann@bka.gv.at

Gleichheit, Gerechtigkeit und Lebensglück

Glück unterscheidet sich von Zufriedenheit durch zusätzliche Faktoren wie Freude, Begeisterung und Engagement. Der entscheidende Übergang in Richtung Glück ist der von Passivität zu Aktivität und von Fremd- zur Selbstbestimmtheit. Die US-amerikanische Psychologin Sonja Lyubomirsky hat in einer groß angelegten Meta-Studie festgestellt, dass sich die Faktoren für das persönliche, andauernde Glück in drei Kategorien unterteilen lassen, die folgenden Anteil am Glück haben: Lebensvorgaben (=Set Point, 50 %), Lebensbedingungen (=Circumstances, 10 %) und vorsätzliche Aktivitäten (=Intentional Activities, 40 %).

Unter Lebensvorgaben bzw. Set Point versteht man physische und genetische Voraussetzungen. Den Lebensumständen, wie Einkommen und Gesundheit, werden nur 10% Einfluss auf das persönliche dauerhafte Glück zugesprochen. Das kann man durch die Tendenz erklären, sich an neue (bessere) Lebensumstände anzupassen und auf Dauer zu gewöhnen. Als eine der wichtigsten Einflussgrößen auf das Glück gelten vorsätzliche Aktivitäten, also die breite Palette von Dingen, die Menschen in ihrem täglichen Leben tun und denken können. Denn: Lebensumstände passieren dem Menschen und vorsätzliche Aktivitäten beschreiben die Art, wie er damit umgeht.

Glück und materieller Wohlstand
In vielen Untersuchungen wurde übereinstimmend festgestellt, dass das Glück mit dem Einkommen nur über eine beschränkte Spanne ansteigt. Sobald die Grundbedürfnisse befriedigt und Existenz- bzw. Zukunftsängste beseitigt sind, entsteht durch mehr Wohlstand nur mehr wenig bis gar kein Zuwachs an Glück.

Glück und Sozialkapital
Das Sozialkapital eines Menschen ist ein Maß für seine Lebenszufriedenheit, für sein Glück und besteht in der Qualität seines Systems an Beziehungen. Man unterscheidet dabei drei Ebenen: die Mikroebene der echten Nahebeziehungen (Familie, sehr gute Freunde), die Mesoebene der guten Beziehungen zu Gruppen, Vereinen und Freunden und die Makroebene (Region, Staat, Menschheit, höhere Werte und Ideale).
Zur Bestimmung des Sozialkapitals ist die Personenanzahl in den drei Ebenen miteinander zu multiplizieren. Das bedeutet, dass ein Mensch ohne Nahebeziehungen ein Sozialkapital von Null hat. Umgekehrt bietet das Aufbauen von Nahebeziehungen einen starken Hebel, das Sozialkapital und damit das Glück wirkungsvoll zu steigern.
Auf der Makroebene zeigt sich, dass es für das Glück des Menschen erforderlich ist, sich für etwas Größeres, Höheres zu engagieren. Ein solches Engagement für höhere Werte und Ideale verleiht dem Leben Sinn und wird so zur Bedingung für wahres Glücklichsein.

Gleichheit
Die Glücksforschung hat festgestellt, dass sich die Lebenszufriedenheit einzelner stark am relativen Vergleich zu den Mitmenschen orientiert. Kauft sich beispielsweise der Nachbar von Person A ein größeres Auto, kann dies A unglücklicher machen, als wenn beide gar keinen PKW hätten. Das Glücksgefühl des Nachbarn wiederum ist nur von kurzer Dauer, da er sich rasch an den neuen Besitz gewöhnt.

Richard Wilkinson hat in zahlreichen Meta-Studien nachgewiesen, dass es in egalitären Gesellschaften allen besser geht; sogar den Reichen! So lebt ein Reicher in Schweden gesünder als jener in Brasilien, der in einer „gated community“ wohnt und permanent Angst haben muss, überfallen oder entführt zu werden. Auch der Baulöwe Hans-Peter Haselsteiner weiß es zu schätzen, sich in Österreich frei und ohne Leibwächter bewegen zu können und wäre auch bereit, für dieses „Asset“ an Lebensqualität mehr Steuern zu bezahlen. Dazu Wilkinson im Originalton: „Die Statistiken sind da ganz eindeutig: Je größer die Unterschiede zwischen Arm und Reich, umso größer sind auch die sozialen Probleme. Ob es um Kriminalität, Gewalt, Drogenmissbrauch, Schwangerschaften im Kindesalter, um schlechte Gesundheit, Fettleibigkeit, den Bildungsstand oder die Lebenserwartung geht: Überall zeigt sich, dass ungleiche Staaten wesentlich schlechter dastehen. Und zwar nicht nur ein bisschen schlechter. Anders ausgedrückt: In den westlichen Industrienationen, in den der Unterschied zwischen Arm und Reich weniger ausgeprägt ist, gibt es bis zu sechsmal weniger Morde. Und bis zu zehnmal weniger Menschen sitzen im Gefängnis“.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Österreich allerdings immer weiter auseinander. Zwischen 1995 und 2005 ist die Lohnquote von 66,2 auf 60,0 % gesunken (dreimal schneller als in „Rest“-OECD). Auch der Gini-Koeffizient – also das Maß für Ungleichheit – ist in diesem Zeitraum von 0,24 auf 0,27 angestiegen.

Laut World Wealth Report 2011 von Merrill Lynch und Capgemini gibt es in Österreich 87.300 Personen mit reinem Nettofinanzvermögen von mehr als einer Million Dollar (= 710.000 €). Bei Nettofinanzvermögen sind „Verbrauchgüter“ wie Autos, Villen, Wohnungen oder Kunstwerke nicht mit einberechnet. 297 Haushalte gelten als superreich (mehr als 100 Mio. €). Da ist die fünfthöchste Millionärsdichte weltweit.

Auf der anderen Seite gelten 12 % der Bevölkerung in Österreich (= 993.000 Menschen) als armutsgefährdet. Die Armutsgefährdungsschwelle beträgt aktuell 994 Euro (60% des Median-Pro-Kopf-Einkommens, Jahreszwölftel) für eine allein stehende Person (Paar: 1.491 €, Alleinerzieherin mit einem Kind: 1.292, Paar mit 2 Kindern: 2.087 €): Als absolut arm gelten 6 % der Bevölkerung; also rund eine halbe Million Menschen.

Der Equal Pay Day (= Tag der Einkommensgleichheit) macht darauf aufmerksam, dass Frauen in hierzulande bis zum 13. April weiterarbeiten müssen, um so viel zu verdienen, wie Männer, die bis zum 31.12. des Vorjahres gearbeitet haben. Mit einem durchschnittlichen Verdienstabstand von 27 Prozent liegen die Erwerbseinkommen der Frauen deutlich hinter denen ihrer männlichen Kollegen. Damit hat Österreich laut WIFO „eine extreme Genderungleichheit“ und nimmt innerhalb der EU-15 den 12. Platz ein. WIFO-Chef Aiginger merkt in demselben Vortrag weiters: „Bildung ist in Österreich in erheblichen Masse vererbt. Jugendliche mit einem Elternteil mit höherer Bildung haben eine dreimal größere Chance, eine tertiäre Ausbildung abzuschließen wie Jugendliche mit geringer Ausbildung der Eltern“.

Samstag, 27. November 2010: Internationaler Kauf-Nix-Tag!

In vielen Ländern der Welt wird auch heuer wieder der Kauf-Nix-Tag gefeiert. 24 Stunden Einkauf-Moratorium sind 24 Stunden, in denen man über den Sinn des eigenen Konsumverhaltens nachdenken kann.

Wir leben in einer Zeit vielfacher Krisen: Banken- und Wirtschaftkrise, Klimawandel, Nahrungsmittel- und Hungerkrise, absehbare Energiekrise („peak-oil“). Unser Wirtschaftsystem, das auf Profitmaximierung, permanentem Wachstum und sozialer Ungerechtigkeit basiert, hat all diese Krisen verursacht. Und wir sind oft ein kleines Rädchen mitten drinnen!

Gleichzeitig ächzen wir unter diversen Sparpakten. Wir ärgern uns, dass wir – und nicht die Verursacher –für all diese Krisen zahlen müssen. Wir haften und bezahlen für dubiose Rettungspakete, die aber nicht den Menschen in Griechenland oder Irland helfen, sondern wieder nur den Banken zugute kommen.

Der Kauf-Nix-Tag bietet Gelegenheit, auszusteigen und der Konsumwut ein Schnippchen zu schlagen. Zurücklehnen, sich Zeit nehmen und diese mit lieben Menschen verbringen. Das kann das Alternativprogramm für den ersten Einkaufsamstag der Vorweihnachtzeit sein.

Und wer in Wien trotzdem mit vielen Menschen unterwegs sein will, muss dies nicht unbedingt auf eine Einkaufstraße tun: Unter dem Motto „Kein Sparen bei Kindern, Jugend und Familien“ findet am Samstag, den 27. November ab 13 Uhr eine Demonstration statt. Treffpunkt ist bei der Urania.

Am Samstag, den 28. November 2009 war Internationaler Kauf-Nix-Tag!

Die renitenten Konsumenten rufen auch 2009 wieder zur Teilnahme am Internationalen Kauf-Nix-Tag auf. Sinn des 24-stündigen Einkaufsmoratoriums ist es, einmal im Jahr über den ganz persönlichen Einkaufs- und Lebensstil nachzudenken. Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag ist eine gute Gelegenheit dafür. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, wo Konsumieren „zur Bürgerpflicht“ erhoben wird, ist kritisches Hinterfragen angesagt. Wir haben ja nicht nur eine Wirtschaftskrise, sondern auch eine weltweite Ernährungs-, Klima- und Energiekrise. Ein Milliarde Menschen hungern, der Klimawandel gerät außer Kontrolle und Öl wird knapp und teuer werden. All diese Probleme sind mit wachstumszentrierten und giergetriebenen Ideologien nicht zu lösen. Im Gegenteil - diese waren sogar die Ursache für all die verhängnisvollen Entwicklungen. Mit dem Kauf-Nix-Tag soll etwas Sand in das Getriebe dieser Krisenmaschinen gestreut werden. Denn: Statt Wachstum benötigt die Welt eine gerechtere Verteilung. Eine gerechtere Verteilung von Zukunftschancen, Lebenszufriedenheit, Nahrungsmitteln, Arbeit und CO2-Emissionen.

Obwohl Österreich das siebentreichste Land der Erde ist, leben 400.000 Menschen- also fünf Prozent der Bevölkerung - in Armut, weitere 600.000 sind armutsgefährdet.

Mitmachen beim Kauf-Nix-Tag ist ganz einfach: Geldbörse und Bankomatkarte daheimlassen und den Tag ohne Geldausgeben genießen. Denn wie sangen schon die Beatles: „The best things in life are free“.

Ernährung

Es gibt auf der Welt genug Nahrung für alle. Doch wir leben auf einem Planeten der Gegensätze: Seit dem Jahr 2006 gibt es auf der Welt mehr Übergewichtige als Hungernde. Einer Milliarden Dicke standen damals 800 Millionen Unterernährte gegenüber. Durch die Wirtschaftskrise ist die Anzahl der Hungernden inzwischen ebenfalls auf eine Milliarde angestiegen. Während Fettleibigkeit zum globalen Problem wird, hungert jede siebente Erdenbewohnerin. Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Unterernährung. In Österreich hingegen ist jedes fünfte Kind übergewichtig, acht Prozent sind fettleibig.

Neben der Wirtschaftskrise ist der Agrosprit-Boom (also die Verarbeitung vom Lebensmitteln zu Treibstoffen) ein weiterer Faktor für den Welthunger. Vom Getreide für eine Tankfüllung kann ein Mensch ein ganzes Jahr lang leben! Wenn aber die Autofahrer des Nordens mit den Ärmsten der Welt in einen Wettbewerb um Nahrungsmittel treten, steht der Sieger schon im Vornherein fest.

Die Menschen in den reichen Industriestaaten wiederum ernähren sich offenbar falsch. Dabei gibt es ein paar simple Prinzipien:

* Einkaufen in der Umgebung statt mit per Auto ins Einkaufszentrum.
* Mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch.
* Mehrweg (soferne es das noch gibt) statt Wegwerfverpackungen.
* Bio statt konventionell.
* Saisonale Produkte ersparen weite Lieferwege
* Bei Bananen, Kaffee, Orangensaft, Schokolade usw. gibt es schon „fair trade“
* Genussvoll Essen und Kochen statt Fast Food.

Aktuell - Island wird McDonald´s-frei: Denn aus Kostengründen schließt die Fast-Food-Kette in Island ihre beiden Filialen am 1. November 2009!

Zehn Schritte, um die Welt zu zerstören

1. Wir schreiben das Jahr 1989: Durch den Zerfall der sozialistischen Staaten fällt die Systemkonkurrenz weg. Die „soziale Marktwirtschaft“ entledigt sich ihres Eigenschaftswortes. Überall wird dereguliert, liberalisiert und privatisiert, der Sozialstaat zurückgeschraubt. Der damit verbundene Übergang von Macht und Gestaltungsmöglichkeiten von der gewählten Politik hin zur Wirtschaft läuft auf eine schleichende Entdemokratisierung hinaus. Viele Länder des Südens werden gezwungen, zur Schuldenabdeckung auf „cash crops“ - also Exportprodukte - umzusteigen und geben damit die Eigenversorgung mit Lebensmitteln auf.

2. Hinzu kommt die Globalisierung, also der weltweite Wettbewerb. Voraussetzung dafür sind möglichst geringe Umwelt- und Sozialstandards, sowie niedrige Transportkosten. Bisheriger Höhepunkt ist der Zynismus rund um Agrotreibstoffe, wo die Hungernden der Welt mit den AutofahrerInnen der Industriestaaten in den Wettbewerb um Lebensmittel treten. Wer hier gewinnt - hauptsächlich die Agrokonzerne – steht schon im vornherein fest. Eine simple Faustregel besagt: Das Getreide, das für eine Tankfüllung notwendig ist, ernährt ein Kind für ein ganzes Jahr!

3. Diese Globalisierung und gezielte (Steuer)-Politik sorgt dafür, dass die Lohnquote permanent fällt. Die Reichen werden unverhältnismäßig reicher, die Ärmeren und der Mittelstand verlieren. Das senkt zwar die Massenkaufkraft, aber das reichliche und rasch wachsende Kapital der Wohlhabenden sucht fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten – Aktienkurse und Immobilienpreise steigen permanent. Die Wirtschaft boomt, die Konzerne verzeichnen Rekordgewinne, der Ausstoß an Treibhausgasen steigt an - aber die breite Masse geht weiterhin leer aus. Auch der immer offensichtlichere Klimawandel ist typisch für diese Umverteilung von unten nach oben: Vom reichen Lebensstil verursacht, sind die Folgen für die Ärmsten der Welt am härtesten und tödlichsten.

4. Was jeder Mensch mit Hausverstand früher oder später erwartet, überrascht Politiker, Manager und Wirtschaftswissenschaftler gleichermaßen: Die Blase platzt! Der Wachstums-Boom geht abrupt zu Ende, die große Wirtschaftskrise folgt.

5. Diese Rezession ist eine Systemkrise des Kapitalismus im Allgemeinen und eine des Neoliberalismus im Besonderen. Doch man versucht der Bevölkerung weiszumachen, dass nur die Gier und Charakterschwäche einiger Manager von US-Geldinstituten das ganze Schlamassel verursacht haben.

6. Folgerichtig werden genau jene Personen und Institutionen, die durch ihre neoliberale Ideologie die Krise ermöglicht und verursacht haben, als Retter herangezogen. Die Brandstifter fungieren als Feuerwehr! Damit ist sichergestellt, dass aus der Krise nichts gelernt wird. Es wird weder der Kapitalismus ernsthaft in Frage gestellt, noch mehr Gerechtigkeit verlangt. Es wird auch nicht der Wachstumsfetischismus und unsere umweltzerstörende Art des Wirtschaftens hinterfragt.

7. Während die Gewinne der letzten Jahre in private Taschen wanderten, werden die Verluste vergesellschaftet. Der Staat – und damit die SteuerzahlerInnen - springt überall ein. Selbst hartgesottene Neoliberale rufen nach einem starken Staat - wenn es ums Zahlen geht. Der normale Staatsbürger zahlt dreifach drauf: (1) Als Opfer der Krise, (2) als unfreiwilliger Geldgeber und (3) als Leidtragender von Einsparungen eines bald bankrotten Staates. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in den armen Ländern. Man erwartet, dass das BIP in Afrika heuer regelrecht abstürzen wird.

8. Mit viel Steuergeld werden obsolete und nicht mehr zeitgemäße Produkte und Dienstleistungen künstlich am Leben gehalten. So hat sich die Autoindustrie jahrelang erfolgreich gegen strengere CO2-Vorgaben gesperrt und die Elektromobilität blockiert. Aus der selbstverschuldeten Krise soll ihr aber wieder der Steuerzahler helfen. Stichwort: Abwrackungsprämie. Aber auch der Schuldenerlass für die AUA oder der forcierte Autobahnbau gehen genau in die falsche Richtung. Dafür werden die Mittel für den Klimafonds gekürzt. Man verabsäumt somit, die Krise als Chance für einen ökologischen Wirtschaftsumbau zu nutzen. Denn gerade bei niedrigen Öl- und Rohstoffpreisen ist eine ökologische Steuerreform wichtig und leicht durchführbar. Die vielen Milliarden für diverse Konjunkturpakete hätte in umwelt- und klimarelevante Maßnahmen gelenkt werden können: Also Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und der erneuerbaren Energiequellen, Wohnraumsanierung, eine Energie-Effizienz-Revolution usw. Stattdessen wird Klimaschutz als Bürde gesehen, die man sich in Zeiten der Krise nicht leisten kann und will. So soll ein neues UVP-Gesetz die BürgerInnenrechte und den Umweltschutz noch weiter einschränken. Mit einer eigenen „Lex-Verbund“ will man Kraftwerksprojekte „im öffentlichen Interesse“generell ungeprüft durchwinken.

9. Mit der Killerphrase „Keine neuen Steuern“ soll jede Diskussion über sogenannte Reichensteuern und mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft abgewürgt werden. Damit wird ganz gezielt auf dringend notwendige Einnahmen für den Staat verzichtet und die Verschuldung in die Höhe getrieben. Das Kalkül dahinter: Bei einem in den Bankrott getriebenen Staat hat man wenig Erklärungsbedarf bei der Kürzung von Sozialleistungen. Andererseits schafft solch eine Situation einen willkommenen Anlass, zwecks Budgetsanierung noch die letzten Reste des Familiensilbers zu verkaufen. Kandidaten für einen weiteren Privatisierungsschritt könnten die Gütertransporsparte der ÖBB, sowie die verbliebenen Staatsanteile von Verbund und OMV sein. Auf die stark steigende Arbeitslosigkeit könnte man ja auch mit gerechter Verteilung – also Arbeitszeitverkürzung – reagieren. Auch hier trifft das Gegenteil zu: Die Beschäftigten sollen sich bei gleicher Arbeitsleistung in Lohnverzicht üben. Extrembeispiel ist Magna: Da wird den Angestellten „freiwillig“ eine Gehaltsreduktion abgepresst, gleichzeitig hat der Konzern genug Geld auf der hohen Kante, um bei der Opel-Übernahme mitbieten zu können.

10. All die genannten Versäumnisse werden dazu führen, dass eine allfällige „Erholung“ der Wirtschaft zu einer verschärften Klima- aber auch Energiekrise führen wird. Öl und Gas werden teuer und knapp, ebenso Lebensmittel. Der Klimawandel und seine Folgen werden immer drückender. Der reiche Norden versucht sich gegen die von ihm verschuldeten Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge aus dem Süden abzuschotten und seinen ungerecht hohen Anteil am „Kuchen“ der Welt zu verteidigen. Doch auch im Norden verarmen die Menschen. Auf Dauer wird es nicht reichen, den Volkszorn durch repressive Ausländergesetze und Polit-Kampagnen auf „intergationsunwillige MigrantInnen“ und auf Flüchtlinge zu lenken. Große Spannungen und Konflikte – sowohl innerstaatlich, als auch international – sind vorprogrammiert. Der Staat versucht durch noch mehr Überwachungsmaßnahmen allfällige Unmutsäußerungen und Widerstände der Bevölkerung zu unterdrücken. Mit Fingerabdrücken im Reisepass, Videoüberwachungen, Vorratsdatenspeicherung und Online-Fahndungen sind die Grundlagen für den totalen Überwachungsstaat schon gelegt worden. Wir steuern also auf ein Umwelt-, Sozial-, Energie- und Demokratiedesaster zu und machen die Welt vollends kaputt.

Mit der Wirtschaftskrise verschärfen sich auch die sozialen Ungerechtigkeiten und Spannungen. Der Überwachungsstaat baut vor und führt mit 30. März die Abnahme und Speicherung von Fingerabdrücken auf Reisepässen ein. Betroffen sind jene Erwachsenen und Kinder – ab 12 Jahre - , die einen neuen Pass benötigen. Langfristiges Ziel ist wohl eine lückenlose Datei der Fingerabdrücke alle BürgerInnen. Wer Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legt, sollte sich noch diese Woche einen neuen Reisepass besorgen!

Diese beiden Herren wollen Ihre Fingerabdrücke!

Otto Pendl   Günter Kössl

In großkoalitionärer Einigkeit werden die beiden Abgeordneten Günther Kößl (ÖVP) und Otto Pendl (SPÖ) am Mittwoch, den 14. Jänner 2009 im Innenauschuss des Nationalrates einen Antag zur Änderung des Passgesetzes einbringen. Bislang wurden in Österreich nur Delinquenten und Tatverdächtigen Fingerabdrücke abgenommen. Dies wollen die beiden Herren ändern, sodass ab Mitte 2009 bei neuen Reisepässen auch Fingerabdrücke abgenommen und abgespeichert werden müssen.

Die Abnahme von Fingerabdrücken Unbescholtener stellt einen politischen Tabubruch dar. Zwei Gründe werden für Fingerabdrücke im Reisepass genannt: (1) Fälschungssicherheit und (2) dass es sich dabei um eine EU-Vorgabe handelt. Diese Begründungen sind allerdings fadenscheinig:

# Fälschungssicherheit: Laut Mitteilung des Innenministerium wurden im Jahr 2007 ganze 10 (in Worten: zehn) gefälschte österreichische Pässe beschlagnahmt. Dies steht in keinen Verhältnis zum Aufwand und den demokratiepolitischen Risiken. Weiters kann der Chip mit Fingerabdruck im Pass geknackt und auch gefälscht werden [Kurier, 24.4.2008].

# Umsetzung einer EU-Richtlinie: Biometrische Daten und Fingerabdrücke in Reisepässen wurden vom EU-Innenministerrat beschlossen. Ein Zirkelschluss, denn Österreichs Innenminister berufen sich auf eine Entscheidung, die von einem österreichischen Innenminister mit beschlossen wurde.

Tatsächlich soll wohl eher das Überwachungsnetz rund um die BürgerInnen enger gezogen werden. Langfristig werden faktisch der gesamten Bevölkerung die Fingerabdrücke abgenommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine lückenlose Daten-Sammlung aller StaatsbürgerInnen gibt. Diese Informationen können dann für die verschiedensten Zwecke verwendet werden. Auch ein Abgleich und Austausch mit anderen Staaten ist dann möglich.

Wenn auch Sie etwas dagegen haben, in Zukunft von der Passbehörde „erkennungsdienstlich behandelt“ zu werden, so kontaktieren Sie doch die beiden Herren:

Günter Kößl
Tel: 07475/52188
Mail: guenter@koessl.at

Otto Pendl:
Tel: 02253/6245
Mail: buergermeister@trumau.at

"Ich haben manchmal den Eindruck, wir werden ähnlich stark überwacht wie seinerzeit die DDR-Bürger durch die Stasi." [damaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes Karl Korinek, www.orf.at / 22.9.2007]

"Ich sehe drei Herausforderungen unserer Zeit...Die dritte ist die Autonomie des Subjekts in einer Welt, in der uns Überwachungsmöglichkeiten zum gläsernen Menschen machen." [damaliger Bundeskanzler Alfred Gusenbauer im „Standard“-Interview / 8.3.2008]

Die etwas anderen Weihnachtsgeschenke / Sinnvolle Alernativen zum Shopping-Terror

Produkte, von tollen sozialen Initiativen hergestellt:
www.trashdesign.at - Design-Artikel aus Müll.
www.werkstaette-opus.at - Tolle Dinge aus Karton und Holz.
www.gabarage.at - Design-Artikel aus Müll.
www.balance.at - Vasen, Lampen, Schalen usw. aus ökologisch unbedenklichen Materialien, gefertigt von Erwachsenen mit körperlichen und mehrfachen Behinderungen.
www.alom.at/twh - Textile Produkte aus dem Mühlviertel.
www.braille.at - Hochwertige Besen, Bürsten und Korbwaren von Blinden produziert.
www.leibundsoel.at - Holzspielwaren und Musikinstrumente produziert von Behinderten.
www.pool7.at - Bilder, Alltagsdesign, Möbel aus ökologisch wertvollen Materialien.
www.fairtrade.at - Liste von fair erzeugten Produkten und wo man sie bekommt.

Geschäfte:
www.basargesmbh.at - Second Hand-Laden in Linz.
www.issba.at - Fair-Trade-Produkte und Geschenke in Imst(Tirol)
www.weltlaeden.at
- Die Weltläden mit ihren Fair Trade-Produkten
www.box.volkshilfe.at - Second Hand-Laden der Volkshilfefür Kleidung und Schuhe.
www.caritas-wien.at - Carla-Second Hand-Laden der Caritas für Möbel, Haushaltwaren und Textilien in Wien.
www.caritas-vorarlberg.at - Carla-Geschäfte für Möbel und Textilien in Vorarlberg.
www.troedlerladen.at - Gebrauchte und renovierte Möbel in Wels.
www.wams.at
- Second Hand-Läden in Tirol

Sonstiges:
www.regenwald.at - Gutscheine, um Regenwald freizukaufen.
www.oekostrom.at - Schenken sie Freunden den Umstieg zu einem sauberen Stromanbieter.
www.kosmetik.twoday.net/topics/naturkosmetik - Naturkosmetik.
www.oebb.at - Machen Sie für autofahrenden Freunde eine ganz persönliche Mobilitätsberatung (mit Einschulung in die Benutzung der berüchtigten Fahrkartenautomaten der ÖBB).
www.inigo.at - Laden Sie ins Stadtbeisl “Inigo” (sozialökonomischer Betrieb der Caritas).
www.promente-wien.at - Dasselbe gilt für das Cafe-Restaurant “Max” (ebenfalls in Wien)
www.oe1.orf.at - Um 27 Euro kann an auch eine Ö1 Club-Mitgliedschaft verschenken.

Samstag, 29.11.2008: Internationaler Kauf-Nix-Tag
Faule Weihnachtmänner auf der Mariahilfer Straße

Fauler Weihnachtsmann

Sich selbst und der Umwelt eine Atempause gönnen – das ist die Idee des Internationalen Kauf-Nix-Tages. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist innehalten wichtig und ein 24-stündiges Einkaufsmoratorium notwendiger denn je. Mit originellen Aktionen werden an diesem Tag weltweit gehetzte KonsumentInnen zum Mitmachen und Nachdenken aufgefordert.
In Wien wird der Kauf-Nix-Tag heuer schon zum elften Mal begangen. Auf der Mariahilfer Straße Ecke Amerlinggasse) kauern am 29.11.2007 ab 11 Uhr Weihnachtsmänner faul in ihren Liegestühlen – und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter werden wiederverwertet und mit der Botschaft "Kauf Nix" versehen. Man kann sich auch sogenannte "Geschenkverzichtserklärungen" abholen und sich damit vor unerwünschte Weihnachtsgeschenken schützen. Zur sportlichen Betätigung kann man beim Kreditkarten-Zielwerfen mitmachen - dabei muss mit einer Kreditkarte in einen Mistkübel getroffen werden.
Gerade in Zeiten einer aufkommenden Wirtschaftskrise wird konsumieren gerne “zur ersten Bürgerpflicht” erhoben. Die Kluft zwischen jeden, die noch Einkaufen können und jenen, die sich einschränken müssen, wird immer größer. Der Kauf-Nix-Tag setzt dem traurigen “Nicht können” ein positives “Nicht müssen” entgegen. Denn Überschuss und Mangel werden immer offensichtlicher. So werfen Österreich Supermärkte täglich 300 Tonnen Lebensmittel weg, gleichzeitig erleben immer mehr Sozialmärkte eine rege Nachfrage. Gerade in der Weihnachtszeit sollte das in unserem Jahrhundert schon rare Gut „Zeit“ nicht zum Einkaufen verjuxt sondern an seine Lieben „verschenkt“ werden. Ein Kauf-Nix-Tag im Jahr kann sicher nicht die Welt verändern - das Bewusstsein vieler genervter KonsumentInnen aber sehr wohl.

Gratis Umarmungen - JA Bitte!

         

Rückfragen: Ronny Wytek: 0676/922 14 33

NEIN zu Fingerabdrücken in Reisepässen!

Bislang wurden in Österreich nur Deliquenten und Tatverdächtigen Fingerabdrücke abgenommen. Geht es nach Innenminister Platter sollen in Hinkunft alle ÖsterreicherInnen „erkennungsdienstlich behandelt“ werden. Im April 2008 hat Platter den Entwurf zum neuen Passgesetz ausgesendet. Demnach sollen ab 2009 bei neuen Reisepässen auch Fingerabdrücke sowohl im Pass, als auch in einer zentralen Datei gespeichert werden.

Fadenscheinige Begründung

Die Abnahme von Fingerabdrücken Unbescholtener stellt einen Tabubruch und eine weitere Verschärfung des Überwachungsstaates dar. Zwei Gründe werden für Fingerabdrücke im Reisepass genannt: (1) Fälschungssicherheit und (2) dass es sich dabei um eine EU-Vorgabe handelt. Diese Begründungen sind mehr als fadenscheinig.

· Fälschungssicherheit: Laut Mitteilung des Innenministerium wurden im Jahr 2007 ganze 10 (in Worten: zehn) gefälschte österreichische Pässe beschlagnahmt. Dafür kann also der ganze Aufwand (Kostenpunkt rund 1, 5 Millionen Euro) nicht betrieben werden.
· Umsetzung einer EU-Richtlinie: Biometrische Daten und Fingerabdrücke in Reisepässen wurden vom EU-Innenministerrat beschlossen. Ein Zirkelschluss: Innenminister Platter beruft sich auf eine Entscheidung, die von einem österreichischen Innenminister (Strasser) mitbeschlossen wurde. Ein Innenminister beruft sich also auf einen anderen Innenminister - ein demokratiepolitischer Wahnsinn!

Was wirklich dahinter steckt

Tatsächlich soll damit eine alte Westenthaler-Idee („Fingerabdrücke von allen“) und der Traum jedes Überwachungsfreaks umgesetzt werden. Dafür spricht auch, dass man zukünftig auch für Personalausweise Fingerprints braucht. Es sollen also Fingerabdrücke von der gesamten Bevölkerung gesammelt werden, ohne dass es dabei Schlupflöcher gibt. Alle Abdrücke werden zentral in der Passdatenbank abgespeichert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine lückenlose Daten-Sammlung aller StaatsbürgerInnen gibt. Diese Informationen können dann für alle möglichen (und unmöglichen) Zwecke verwendet werden. Auch ein Abgleich und Austausch mit anderen Staaten ist nur eine Frage der Zeit.

Neben dem nicht mehr vorhandenen Datenschutz, gibt es noch weitere Risiken: Fingerabdrücke können auch gefälscht und gestohlen werden. Wie beweist man dann, dass man trotz vorgefundener Fingerabdrücke nicht am „Tatort“ war? Was passiert, wenn man als UrlauberIn nicht weiterreisen kann, weil an einer Grenzstation die Software ausfällt? Wie schützt man sich dagegen, dass die auf einem Chip gespeicherten Passdaten nicht von einem unbefugten Detektor ausgelesen werden?

All das zeigt: Widerstand gegen das neue Passgesetz ist notwendig und dringend. Im Herbst 2008 soll das Gesetz nämlich vom Nationalrat beschlossen werden.

Werden Sie gegen die „Fingerabdruck-Reisepässe“ rechtzeitig aktiv:

  • Reden Sie mit FreundInnen, Bekannten, ArbeitskollegInnen usw. über die neuen Bedrohungen, die auf uns zukommen.
  • Schreiben Sie Leserbriefe und Protest-Mails.
  • „Helfen“ Sie Innenminister Platter beim Datensammeln: Schicken Sie Ihm z.B. den Abdruck Ihrer großen Zehe, eine selbstgemachte Phantomzeichnung, den Pfotenabdruck Ihres Meerschweinchens oder eine DNA-Probe Ihres Hundes. Er freut sich sicher!
    Günther Platter
    Bundesministerium für Inneres
    Herrengasse 7
    Postfach 100
    1014 Wien
  • Protestieren Sie per Mail oder Telefon beim Innenministerium:
    guenther.platter@bmi.gv.at
    ministerbuero@bmi.gv.at
    Tel: 01/531 26/2352
  • Kontaktieren Sie „Ihren“ Abgeordneten im Nationalrat und fordern Sie ihn/sie auf, gegen das neue Passgesetz zu stimmen. Ihre/n Abgeordnete/n finden Sie beispielsweise über www.sos-klima.at/v1.1/emailaktion.php.

Allgemeine Tipps zum Datenschutz

  • Versuchen Sie möglichst wenig Daten zu hinterlassen; also: Barzahlen statt mittels Bankomatkarte. Vermeiden Sie alle Arten von Kundenkarten, Internetgeschäfte, Kundenbefragungen und Preisausschreiben.
  • Bei Rechnungen und Verträgen usw. das Kleingedruckte beachten, ob eigene Daten weitergegeben werden.
  • Bei unerwünschten Zusendungen: Der Absender muss auf Anfrage innerhalb von acht Wochen kostenlos mitteilen, woher die persönlichen Daten bezogen wurden. Bei der Quelle (Adresshändler) kann man beantragen, aus der Datenbank gestrichen zu werden. Musterformulare gibt es im Internet unter www.argedaten.at
  • Wer sein Handy eingeschaltet hat, fungiert als wandelnder Peilsender.
  • Bedenken Sie, dass jede Art der elektronischen Kommunikation, egal ob Telefon, Fax oder E-Mail abgehört werden kann. Dies ist eine Verletzung der individuellen Freiheit und der Menschenrechte. E-Mails kann man verschlüsseln, z.B. mit GnuGP (www.gnupp.de).
  • Gegen Videoüberwachung im öffentlichen Raum ist man weitgehend machtlos; außer Sie spazieren mit verspiegelten Brillen und falschen Bärten herum.
  • Beteiligen Sie sich an Protestaktionen gegen die zunehmende Überwachung.
  • Meiden Sie die USA. Sonst werden alle Daten, die ihre Fluglinie von Ihnen hat, an die dortigen Behörden übermittelt und für viel Jahre gespeichert. Und bei der Einreise werden sie biometrisch vermessen.
  • Zeigen Sie Zivilcourage! Je mehr Menschen als Augenzeugen von Verbrechen einschreiten, desto weniger Vorwände gibt es für Überwachungsmaßnahmen "zu unserem Schutz".

*Samstag, 24. November 2007: Internationaler Kauf-Nix-Tag*

Sich selbst und der Umwelt eine Atempause gönnen – das ist die Idee des Internationalen Kauf-Nix-Tages. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist Innehalten wichtig und ein 24-stündiges Einkaufsmoratorium notwendiger denn je. Mit originellen Aktionen werden an diesem Tag weltweit gehetzte KonsumentInnen zu Mitmachen und Nachdenken aufgefordert.

In Wien wird der Kauf-Nix-Tag heuer schon zum zehnten Mal begangen. Auf der Mariahilferstraße (Ecke Amerlinggasse) kauern am 24.11.2007 ab 11 Uhr Weihnachtsmänner faul in ihren Liegestühlen – und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter werden wiederverwertet und mit der Botschaft "Kauf Nix" versehen. Man kann sich auch sogenannte "Geschenkverzichtserklärungen" abholen und sich damit vor unerwünschte Weihnachtsgeschenken schützen. Einer der pausierenden Weihnachtsmänner bietet auch Gratis-Umarmungen an. Zur sportlichen Betätigung kann man beim Kreditkarten-Zielwerfen mitmachen. Bei diesem Bewerb muß man mit einer Kreditkarte in einen Mistkübel treffen.

Gerade aus Gründen des Klimaschutzes ist kritisches Hinterfragen unseres Konsum- und Geschenkverhalten angesagt: Von den 326 Euro, die laut RegioPlan-Umfrage pro Kopf heuer für Weihnachtsgeschenke ausgeben werden, entfallen 280 Euro auf Elektro- und Elektronikgeräte. Die Weihnachtsgeschenke des Jahres 2007 sind also hauptsächlich Stromfresser, bei deren Herstellung schon große Mengen an Rohstoffen und Energie benötigt wurden. Allein die Produktion eines Computers setzt zwei Tonnen CO_2 frei. Das ist genau jene Menge an Treibhausgasen, die fairerweise jeden Erdenbürger(in) bei einer nachhaltigen Entwicklung unseres Planeten pro Jahr zustehen. Ein Kauf-Nix-Tag im Jahr kann sicher nicht die Welt verändern; das Bewußtsein vieler genervter KonsumentInnen aber sehr wohl.

Digitales TV: Vierfaches Sparen durch Fernseh-Boykott

In den größten Teilen Österreichs hat der ORF sein Funksignale auf digital umgestellt. Die Vorteile dieser Aktion sind mehr als fraglich. So können damit über einen Fernsehkanal bis zu drei Programme und multimediale Zusatzdienste übertragen werden. Auch mobiles Fernsehen mit dem Laptop soll dann möglich sein. Doch: Wer will das schon? Und wer möchte wirklich drei Programme gleichzeitig sehen?

Rund eine Million heimischer Haushalte, die bisher über eine ganz normale Antenne oder einen analogen Satelliten fern gesehen haben, haben nun das Nachsehen. Denn der Fernsehschirm bleibt dunkel. Teure Nachrüstungen – die sogenannte DVB-T-Box – wären notwendig. Hat man einen funktionierenden aber alten (= ohne Scart-Buchse) Fernseher, so schaut man - im wahrsten Sinne des Wortes – in die Röhre. Besitzt man hingegen einen nachrüstbaren Fernseher, benötigt man eine eigene DVB-T-Box und auch eine digitale Antenne. Doch auch dann kann es Probleme geben. Denn angeschlossen wird die neue Box über den Scart-Anschluss. An dem hängt aber meist schon ein Video- oder DVD-Recorder. Zwei Anschlüsse haben aber gerade ältere Geräte nicht immer.

Was tun?

Sparen sie vierfach, in dem Sie sich das Fernsehen abgewöhnen. Denn:

1. Sie sparen die TV-Gebühr.
2. Sie ersparen sich die Anschaffung der DVB-T-Box und der digitalen Antenne.
3. Sie sparen Elektrizität, denn neben dem Fernseher sind auch DVB-T-Box und digitale Antenne Stromfresser; und zwar rund um die Uhr.
4. Sie gewinnen viel Zeit, die sie besser nützen können, als vor dem Fernseher zu sitzen, denn:

„Seit Montag, den 22. Oktober 2007 empfängt mein Fernseher kein Funksignal mehr, der Bildschirm bleibt dunkel. Die Abende wurden plötzlich viel gemütlicher. Keine Hektik mehr, ob das Zeit im Bild schon angefangen hat. Kein Diktat mehr durch das Fernsehprogramm. Dafür lese ich wieder Bücher und höre auch öfters Radio.“

Arm und reich – im Sommer 2007

Ende Juni 2007 häuften sich die Meldungen, wie schnell die Umverteilung von arm zu reich voranschreitet:

· Ein OECD-Report zeigte in Juni auf, dass der Anteil der Arbeitnehmer-Löhne an der wirtschaftlichen Gesamtleistung der Industrieländer sich in den vergangen Jahren deutlich verringert hat. Besonders stark war der Rückgang der Lohnquote in Österreich: Allein zwischen 19995 und 2005 ist der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Bruttoinlandsprodukt von 66,2 auf 60 Prozent gesunken. Das ist dreimal stärker als in Durchschnitt der 20 OECD-Länder, für die Daten vorliegen.

· Die niedrigsten Steuern für Unternehmen, dafür hohe Lasten für kleine Leute beim Einkaufen – das ist das Bild, das ein am 26.6.2007 veröffentlichter Weltvergleich des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG für die EU und auch für Österreich ergeben hat. Während die Unternehmenssteuern immer weiter sinken, sind die Umsatzsteuern für Konsumentinnen demnach zumindest gleich hoch geblieben, in einigen Ländern sogar gestiegen. Die durchschnittlichen Steuersätze für Unternehmen sanken in den EU-Mitgliedsstaaten von 1993 bis heute von 38 auf 24,2 Prozent (in Österreich von 34 auf 25 %). Damti hat die EU die niedrigsten Unternehmenssteuern aller Industriestaaten. Und der Trend geht weiter in diese Richtung...

· Am 28. Juni 2007 widmete der "Kurier" unter dem Titel "Die Armut wächst, der Reichtum auch" fast eine ganze Doppelseite dem Thema: "Österreich ist ein reiches Land mit einem hohen Lebensstandard. Zugleich sind wir aber auf dem Weg zu einer Zweiklassengesellschaft: hier die einen mit Geld, dort die anderen ohne Kreditwürdigkeit. Diese nüchterne Analyse stammt nicht von einer kirchlichen oder sozialen Einrichtung, sondern vom Kreditschutzverband KSV von 1870." Während in Österreich die Anzahl der Millionäre vergangenes Jahr um 4.900 auf 72.600 angestiegen ist, gibt es auch einen Rekord an Privatkonkursen: Im ersten Halbjahr 2007 wurden fast 4.400 Verfahren eröffnet. Die Zahl der Privatpleiten soll sich in den nächsten sieben Jahren nochmals verdoppeln. Insgesamt gelten zwölf Prozent der ÖsterreicherInnen laut EU-Definition als "armutsgefährdet". Sie müssen mit weniger als 900 Euro monatlich auskommen. Zum Thema passt auch eine weitere Überschrift aus dieser "Kurier"-Doppelseite: "Molterer will Gutverdiener entlasten."

25. November 2006: Internationaler Kauf-Nix-Tag

Faulenzende Weihnachtsmänner auf der Wiener Mariahilferstraße

Österreichs Gesellschaft fällt zunehmend auseinander. Von Jahr zu Jahr steigt sowohl die Anzahl der Euromillionäre, als auch jene der Sozialhilfeempfänger. Die einen konsumieren im Überfluß, während sich die anderen oft nicht einmal das Notwendigste leisten können. Streß haben beide Gruppen damit.

Diesem kollektiven Wahnsinn setzen wir den Kauf-Nix-Tag entgegen. 24 Stunden Einkaufsmoratorium bedeuten 24 Stunden Atempause für KonsumentInnen und Umwelt. Um auf unser Anliegen – Hinterfragen des täglichen Konsumverhaltens gerade in der Vorweihnachtszeit – hinzuweisen, feiern wir heuer schon zum 9. Mal den Internationalen Kauf-Nix-Tag in Wien!

Samstag, 25. November 2006
ab 11:00 Uhr
Mariahilferstraße/ Ecke Amerlingstraße
1060 Wien

Und das steht am Programm:
Streikende Weihnachtsmänner liegen in Liegestühlen und verteilen Geschenkverzichtserklärungen an die Passanten.
Gegen das Versprechen, heute nichts mehr einzukaufen, kann man sich gratis ein T-Shirt bedrucken lassen.
Passanten können sich einen von "50 einfachen Tipps, um die Welt zu verbessern" holen. Ein Gefäß, gefüllt mit Zetteln mit den entsprechenden Tipps, steht bereit
Die Weihnachtsmänner borgen auch gerne eine große Schere her, mit der man seine Kredit- oder Bankomatkarte unschädlich machen kann.

Mehr Informationen zum weltweiten Kauf-Nix-Tag finden Sie >> hier.

Digitales TV: Vierfaches Sparen durch Fernseh-Boykott

Seit 26.Oktober 2006 stellen ORF und ATV ihre Funksignale auf digital um. Die Vorteile dieser Aktion sind mehr als fraglich. So können in Hinkunft über einen Fernsehkanal bis zu drei Programme und multimediale Zusatzdienste übertragen werden. Auch mobiles Fernsehen mit dem Laptop soll dann möglich sein. Doch: Wer will das schon? Und wer möchte wirklich drei Programme gleichzeitig sehen?

Rund eine Million heimischer Haushalte, die bisher über eine ganz normale Haus- oder Zimmerantenne oder einen analogen Satelliten fern gesehen haben, müssen mit großen Nachteilen rechnen. Nach Einführung des digitalen Fernsehens in einem Sendegebiet wird innerhalb eines halben Jahres das bisherige analoge Funksignal abgeschaltet werden und der Fernsehschirm bleibt dunkel. Teure Nachrüstungen – die sogenannte DVB-T-Box – wären notwendig. Hat man einen funktionierenden aber alten (= ohne Scart-Buchse) Fernseher, so schaut man künftig – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Röhre. Besitzt man hingegen einen nachrüstbaren Fernseher, benötigt man eine eigene DVB-T-Box und auch eine digitale Antenne. Doch auch dann kann es Probleme geben. Denn angeschlossen wird die neue Box über den Scart-Anschluss. An dem hängt aber meist schon ein Video- oder DVD-Recorder. Zwei Anschlüsse haben aber gerade ältere Geräte nicht immer. Und für etwaige Zweitfernseher braucht man noch ein weiteres dieser Dinger...Neben zusätzlichen Kosten bedeutet dies eine zusätzliche Fernbedienung und vor allem auch einen zusätzlichen Stromverbrauch, denn ohne eigenen Stromanschluss kommt die DVB-T-Box natürlich nicht aus.

Förderungen von 40 Euro gibt es für gebührenbefreite Fernsehkunden und 100.000 weitere Fernseher. Die große Mehrheit geht leer aus. Dafür reibt sich der Elektrohandel schon die Hände. Deren Obmann rechnet im Weihnachtsgeschäft mit einem ein Umsatzplus von 20 Prozent bei Fernsehgeräten.

Was tun?

- Melden sie Ihr Fernsehgerät ab.
- Protestieren Sie beim ORF gegen die willkürliche Abschaltung des analogen Fernsehens. Denn die bestehenden Einrichtungen könnten noch jahrelang analog weitersenden.
ORF-Kundendienst,ORF-Zentrum
Würzburggasse 30
A-1136 wien
Tel:01/870 70-30
kundendienst@orf.at
- Sobald das analoge Fernsehen stillgelegt ist: Sparen sie vierfach, in dem Sie sich das Fernsehen abgewöhnen. Denn:
1. Sie sparen die TV-Gebühr.
2. Sie ersparen sich die Anschaffung der DVB-T-Box und der digitalen Antenne; Kostenpunkt rund 100 bis 150 Euro.
3. Sie sparen Elektrizität, denn neben dem Fernseher sind auch DVB-T-Box und digitale Antenne Stromfresser; und zwar rund um die Uhr.
4. Sie gewinnen viel Zeit, die sie besser nützen können, als vor dem Fernseher zu sitzen.

Ab frühestens 6. Juni 2006 wird es in Österreich die neuen biometrischen Reisepässe geben. Die Fotos der Passinhaber werden dann digitalisiert und diese Daten des vermessenen Gesichts auf einem Chip im Pass abgespeichert. Später sollen auch noch die Fingerabdrücke auf dem Chip festgehalten werden. Dem Überwachungsstaat ist damit Tür und Tor geöffnet!

Wer also nicht möchte, dass sein Gesicht vermessen und in Datenbanken des Innenministeriums (und anderer artverwandter Organisationen) abgespeichert wird, sollte sich noch vor Pfingsten einen neuen Reisepass besorgen.

Nähere Infos auch unter der Rubrik "Datenschutz".

Seit 12. März verwöhnen wir unsere LeserInnen mit einer neuen Rubrik. Heinz Högelsberger hat seine umfangreichen Recherchen zum Thema "Arm und Reich" abgeschlossen. Lesen sie mehr darüber hier ...

Was machen Luxus-Geländeautos in Städten?

Luxus-Geländeautos nehmen in unseren Städten überhand. Was für die Reichen ein nettes Spielzeug ist, stellt für alle anderen eine doppelte Gefahr dar: Einerseits saufen diese Ungetümer doppelt soviel Sprit als normale Autos und blasen damit auch doppelt soviele Abgase in unsere Lungen. Weiters sind die hohen Kühlerhauben im Falle eines Crashs ein enormes Sicherheitsrisiko für Fußgänger - und hier speziell für Kinder. Ein besonderes Unding sind die sogenannten "Bullenfänger"; also der Rammschutz an der Vorderfront: Deren einzige Aufgabe besteht offenbar darin, Passanten möglichst schwer zu verletzen.

Folgerichtig bezeichnet Londons Bürgermeister Ken Livingstone Allradfahrer in der Stadt schlichtweg als "Idioten". In Paris lassen die sogenannten "Degonfles" (= die Entlüfter) den Geländeautos einfach die Luft aus den Reifen. Und in Österreich gibt es die "Ökosau"-Pickerln. So wirds gemacht: Pickelvorlage ausdrucken - auf kopierfähiges Etikettenpapier kopieren - ausschneiden - und Pickerl auf geeignete Objekte kleben (vor Sachbeschädigungen wird hiermit pflichtgemäß gewarnt).

--> "Ökosau-Pickerl" Vorlage (pdf)

Neuer „Sicherheitsreisepass“ ist Überwachungspass

Zufall oder nicht: Am gleichen Tag – nämlich dem 29. November 2005 – passierte einerseits ein Gesetz über die neuen Reisepässe den Ministerrat, andererseits beschloss der Innenausschuss des Nationalrates mit den Stimmen von ÖVP, BZÖ und SPÖ noch mehr Polizeibefugnisse bei der Videoüberwachung - nämlich im Bereich der „erweiterten Gefahrenforschung“. Beide Maßnahmen gehören zusammen und bedingen einander.

"Sicher" am neuen Reisepass ist dabei nur, dass er zu noch mehr Überwachung und Bespitzelung der BürgerInnen führen wird. Auf einem Chip im Pass werden dann biometrische Daten des Besitzers (digitalisiertes Bild des Gesichts) gespeichert sein; 2009 kommen auch noch die Fingerabdrücke dazu.

Gerade rechtzeitig dürfen seit Jänner 2005 Videoaufnahmen von öffentlichen Plätzen von der Polizei aufgezeichnet werden. Diese Möglichkeiten sollen nun erweitert werden. Gekoppelt mit biometrischen Daten würden aus wahllos gefilmten und weitgehend anonymen Menschen plötzlich solche mit Name und Adresse, Sozialversicherungsnummer (Zentrales Melderegister) und Krankengeschichte (E-Card). Die Behörden wüssten dann von ihren BürgerInnen lückenlos, wann sie sich gerade wo aufhalten.

Zu diesen Datenschutzproblemen kommt noch ein demokratiepolitischer Skandal: Die EU-weite Einführung des biometrischen Reisepasses wurde von genau 25 Menschen beschlossen, nämlich den EU-Innenministern. Weder das Parlament noch die Bevölkerung konnte dabei mitreden. Offizieller Grund für die neuen Pässe sind die verschärften Einreisebedingungen in die USA. Da aber nur ein Bruchteil der EU-BürgerInnen tatsächlich dorthin reist, sind die USA wohl nur ein willkommener Vorwand, die Überwachungsschraube noch etwas fester zu drehen.

Auch wenn ihr Reisepass noch nicht abgelaufen ist: Besorgen sie sich noch rechtzeitig einen unbiometrischen Reisepass!

Nähere Informationen finden Sie in unserer Rubrik „Datenschutz“.

Kein Geld für Weihnachten

Die Handelsforscher rechnen und vor, dass jeder von uns statistisch rund 350 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben wird. Doch der Konsumrummel geht an vielen Menschen in Österreich vorbei: Eine wachsende Zahl kann sich Geschenke nicht mehr leisten. Denn die Zahl jener, die mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen, wächst. Dazu tragen die steigende Arbeitslosigkeit, die Zunahme präkerer Beschäftigungsverhältnisse sowie da Ansteigen der Lebenshaltungskosten bei gleich bleibenden oder sinkenden Einkommen bei. "Für viele ist Weihnachten ein echtes Problem, weil der Mangel besonders sichtbar wird", sagt Martin Schenk von der Armutskonferenz. Noch nie sei die Nachfrage nach finanziellen Hilfen so groß wie heuer gewesen, heißt es bei den Hilfsorganisationen. Auch bei der Caritas registriert man ein rasantes Ansteigen der Ansuchen. Präsident Küberl: "Wir könnten heuer zwei bis drei Mal mehr an Soforthilfen vergeben als wir haben". Teilweise werde das Geld dringend gebraucht, um die Rechnung für Strom oder Miete zu zahlen. "Da ist von Weihnachtsgeschenke noch gar nicht die Rede." Kann man nicht einfach auf Weihnachtsgeschenke verzichten, wenn man dafür kein Geld hat? Verzichten sein einfach, wenn man dazu nicht gezwungen werde, antwortet Küberl. Wenn man seinen Kindern nicht schenken könne sei das bitter. Nicht jeder könne damit umgehen. Die Gefahr sich zu verschulden, sei zu Weihnachten groß....[Salzburger Nachrichten, 17.12.2005].

Tipps für etwas andere Weihnachtsgeschenke

Produkte, von tollen sozialen Initiativen hergestellt:
www.trashdesign.at - Design-Artikel aus Müll.
www.werkstaette-opus.at - Tolle Dinge aus Karton und Holz.
www.gabarage.at - Design-Artikel aus Müll.
www.balance.at - Vasen, Lampen, Schalen usw. aus ökologisch unbedenklichen Materialien, gefertigt von Erwachenen mit körperlichen und mehrfachen Behinderungen.
www.alom.at/twh - Textile Produkte aus dem Mühlviertel.
www.braille.at - Hochwertige Besen, Bürsten und Korbwaren von Blinden produziert.
www.leibundsoel.at - Holzspielwaren und Musikinstrumente produziert von Behinderten.
www.pare.vhbi.at - Teppiche von einem sozialökonomischen Betrieb der Volkshilfe.
www.pool7.at - Bilder, Alltagsdesign, Möbel aus ökologisch wertvollen Materialien.
www.ts-tragwerk.at - Keramik aus Freistadt.
www.fairtrade.at - Liste von fair erzeugten Produkten und wo man sie bekommt.

Geschäfte:
www.basargesmbh.at - Second Hand-Laden in Linz.
www.issba.at - Fair-Trade-Produkte und Geschenke in Imst(Tirol)
www.eza3welt.at - Die Weltläden mit ihren Fair Trade-Produkten
www.verein-insieme.at - Spieleverkauf aus sozialökonomischem Betrieb.
www.box.volkshilfe.at - Second Hand-Laden der Volkshilfefür Kleidung und Schuhe.
www.vhbi.at/9wuerfel/ - Gebrauchte Möbel von der Volkshilfe.
www.pa-re.volkshilfe.at - Teppiche aus dem Volkshilfeprojekt PA-RE.
www.caritas-wien.at - Carla-Second Hand-Laden der Caritas für Möbel, Haushaltwaren und Textilien in Wien.
www.caritas-vorarlberg.at - Carla-Geschäfte für Möbel und Textilien in Vorarlberg.
www.troedlerladen.at - Gebrauchte und renovierte Möbel in Wels.
www.wams.at - Second Hand-Läden in Tirol

Sonstiges:
www.regenwald.at - Gutscheine, um Regenwald freizukaufen.
www.oekostrom.at - Schenken sie Freunden den Umstieg zu einem sauberen Stromanbieter.
www.itnp.wu-wien.ac.at - Das abfallarme Geschenk 2005.
www.kosmetik.twoday.net/topics/naturkosmetik - Naturkosmetik.
www.oebb.at - Machen Sie für autofahrenden Freunde eine ganz persönliche Mobilitätsberatung (mit Einschulung in die Benutzung der berüchtigten Fahrkartenautomaten der ÖBB).
www.inigo.at - Laden Sie ins Stadtbeisl “Inigo” (sozialökonomischer Betrieb der Caritas).
www.promente-wien.at - Dasselbe gilt für das Cafe-Restaurant “Max” (ebenfalls in Wien)

Kauf-Nix-Tag 2005
Samstag, 26.November 2005

15 Prozent der Weltbevölkerung beanspruchen 79 Prozent aller Reichtümer, während sich die große Mehrheit mit dem Rest bescheiden muß. Laut UNO-Entwicklungsprogramm (UNEP) entfallen auf die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung 86 % des privaten Konsums, während sich die 20 Prozent der Ärmsten 1,1 Prozent teilen. Das reiche Fünftel verursacht 53 Prozent der Kohlendioxidemissionen, das ärmste Fünftel gerade drei Prozent.
Speziell der Streß und der Einkaufswahn in der Vorweihnachtszeit wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die ungerechte Verteilung in unserer Welt.
Doch man kann etwas dagegen tun: Der "Kauf-Nix-Tag" zeigt es vor! 24 Stunden Einkaufsmoratorium, 24 Stunden kein Geldausgeben.

Buy nothing day

Der "Kauf-Nix-Tag" wird schon seit Jahren in Nordamerika, Europa, Australien und Neuseeland durchgeführt. Mit originellen Aktionen werden die gehetzten KonsumentInnen zum Mitmachen und Nachdenken aufgefordert.
So liegen in der Wiener Mariahilferstraße an diesem Tag schon seit Jahren Weihnachtmänner faul in Liegestühlen herum - und machen Pause. Weggeworfene Flugblätter werden wiederverwertet und mit der Botschaft des Tages versehen: "Kauf Nix". Die Reaktion der PassantInnen schwankt zwischen Belustigung, Erstaunen und Zustimmung.
In anderen Ländern zeigen AktivistInnnen, wie man mittels Schere Kreditkarten unschädlich machen kann oder sie verteilen Geschenkverzichtserklärungen zum weihnachtlichen Nichtbeschenken.
Mitmachen ist am "Kauf-Nix-Tag" ganz einfach - indem sie beim Weihnachtsshopping einfach nicht mitmachen!

Zum dem Thema “Weihnachtswahnsinn” passend ein Artikel aus den Salzburger Nachrichten (8.10.2005):

Weihnachtskeks im Herbst

Kaum ist der Sommer vorbei, füllen sich die Regale im Handel schon mit Weihnachtsartikeln. Die Handelskette Billa beispielsweise bietet ihren Kunden bereits seit Anfang September Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Vanillekipferl an. Auch das Großhandelsunternehmen Metro füllt seine Regale ab dem 10. Oktober mit Weihnachtsartikel. Kekse gebe es schon früher, erklärte Alfred Wiesinger, Abteilungsleiter für Süßwaren. Wiesinger ist nicht der Meinung, dass der Bedarf an Weihnachtssortiment schon jetzt gegeben ist. "Es liegt an der Industrie, die die Waren schon jetzt erzeugt", meint er.

Wieso beginnt Weihnachten jedes Jahr ein bisschen früher? "Weihnachtsartikel sind Zeichen für eine schöne Zeit, die nicht enttäuscht.", erklärt Helene Karmasin vom gleichnamigen Institut für Meinungsforschung. Außerdem würden sich die Saisonen immer mehr ineinander verschieben, meint die Motivforscherin. "Wir wollen, dass immer alles verfügbar ist". Als Beispiel nennt sie die Modebranche , die ihre Winterartikel bereits im Sommer anbietet. "Leider geht bei all dem verloren, dass man sich noch auf etwas freut."

"Der erste ist der schnellste am Markt" – an diesem Prinzip orientiert sich der Handel, sagt Alfred Höflmaier von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer. Heimo Typplt von der Arbeiterkammer Salzburg weiß von "Eltern, die sich immer wieder darüber beschweren, dass ihre Kinder schon im Frühherbst mit Advent- und Weihnachtsartikeln konfrontiert werden".

Seit 17. Mai neu: Alles zum Thema Datenschutz, Abhören, elektronische Chipkarte etc. lesen sie hier.

aus der Rubrik: "Das unnötigste Produkt des Monats"

eine Pannewarnweste für Hunde um wohlfeile Euro 19,90 ,-

Fernsehfreie Woche 25. April bis 1. Mai 2005

Unter dem Motto „Turn off TV, Turn on Life“ findet in den USA schon zum zwölften Mal die „TV-Turnoff Week“ – also die fernsehfreie Woche statt. Einige Daten, die zeigen, wie notwendig solche Initiativen sind:

· In einem US-Haushalt läuft ein Fernseher durchschnittlich: 7 h 40 min!
· 40 Prozent der AmerikanerInnen sehen beim Abendessen immer oder oft fern.
· Durchschnittlich sitzen in den USA einjährige Kinder schon sechs Stunden pro Woche vor dem TV-Gerät
· Täglich sitzt ein DurchschnittsamerikanerIn mehr als 4 Stunden vor dem Fernseher.
· In Deutschland sehen die Leute etwas weniger fern: 3 h 23 min,
· in Österreich immerhin noch zweieinhalb Stunden.

Auch in Österreich Fernsehen also die Freizeit“aktivität“ Nummer ein. Zweieinhalb Stunden täglich Fernsehen bedeutet ein Zehntel seines Lebens vor dem TV-Gerät zu sitzen. Oder anders ausgedrückt: Die Menschen in Österreich verbingen mehr Zeit vor dem Fernseher als im Urlaub! Also ist es einen Versuch wert, eine Woche lang Pause vom Fernseher zu nehmen. Sie werden sich wundern, wieviel Zeit sie plötzlich haben!

www.tvturnoff.org
www.adbusters.org/metas/psycho/tvturnoff

Am 27. November 2004 war „Kauf Nix Tag“

Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag auf der Wiener Mariahilferstraße. Jedes Jahr dasselbe Bild: Gehetzte KonsumentInnen jagen schwer bepackt von Geschäft zu Geschäft. Doch wie jedes Jahr liegen mitten im Gewühl Weihnachtsmänner faul in Liegestühlen herum - und machen Pause. Sie leisten sich den wirklich wahren Luxus: Sie haben ZEIT. Weggeworfene Werbezettel werden wiederverwertet und mit der Botschaft versehen: „Kauf Nix!“. Mittels einer aufgestellten Schneidemaschine können Passanten ihre Kredit-, Bankomat- oder Kundenkarten zerschneiden und somit unschädlich machen. Gegen das Versprechen, an diesem Tag nicht mehr einzukaufen, bekommen Interessierte ein altes T-Shirt mit einem neuen Kauf Nix Tag-Aufdruck geschenkt.

Kauf Nix Tag in Wien (International Buy Nothing Day)
Samstag, 27. November 2004 ab 11:00 Uhr
Ecke Mariahilferstraße/Neubaugasse

27.11  Kauf Nix Tag in Wien

Diese skurille Aktion ist Teil des internationalen Buy Nothing Days der schon seit einigen Jahren in Nordamerika, Australien und Neuseeland (dort am Freitag, den 26. November), sowie in Europa durchgeführt wird. Der Hintergrund:

Laut UNO-Entwicklungsprogramm (UNEP) entfallen auf die reichsten 20 Prozent der Weltbevölkerung 86 Prozent des privaten Konsums, während sich die 20 Prozent der Ärmsten 1,1 Prozent teilen. Das reiche Fünftel verursacht 53 Prozent der Kohlendioxidemissionen, das ärmste Fünftel gerade drei Prozent. Allein die 12 Prozent der globalen Bevölkerung, die in Nordamerika und Westeuropa leben, sorgen für 60 Prozent des Konsums. Macht mehr Konsum glücklich? Ein Drittel der US-Amerikaner bezeichnet sich als „sehr glücklich“ - das sind gleichviel wie 1957, als die Leute nur halb so viel Geld hatten.

Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer; sowohl weltweit, als auch in Österreich. Hierzulande erzielten zwischen 1995 und 2001 die obersten 20 Prozent der Einkommensbezieher einen Einkommenszuwachs von 23 Prozent (2,9 Mrd Euro). Die unteren 60 Prozent der Pyramide konnten ihr Einkommen lediglich um 10 Prozent (absolut: 2,5 Mrd Euro) steigern. Die Wohlhabenden trösten sich mit erhöhten Konsum über ihren gestreßtes Leben: Die Verarmten wollen mithalten, können es sichg aber nicht mehr leisten. So richtig glücklich dabei ist niemand

Die Anzahl derer, die bei diesem kollektiven Wahnsinn nicht mehr mitmachen wollen oder können, steigt von Jahr zu Jahr. Teure Geschenke müssen nämlich mit Arbeits- und damit Lebenszeit erkauft werden. Da ist es doch viel einfacher, ökologischer - und obendrein steuerfrei (!) - Zeit direkt an Menschen, die einem nahestehen, zu verschenken.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist der „Kauf Nix Tag“. Man gönnt damit sich und der Umwelt eine Atempause. 24 Stunden Einkaufsmoratorium, 24 Stunden kein Geldausgeben. Mitmachen ist am 27. November ganz einfach - indem man beim Weihnachtsshoppen einfach nicht mitmacht!


Fest des Konsums: Was ist aus der stillsten Zeit im Jahr geworden? Die Österreicher essen und trinken zu viel, sind genervt und leiden unter der „Weihnachtsdepression“. In einer repräsentativen Umfrage des Fonds „Gesundes Österreich“ erklärten etwa die Hälfte der Befragten, Weihnachten habe längst seine ursprüngliche spirituelle Bedeutung zugunsten eines übermäßigen Konsums verloren und sei zum „Fest der Einsamkeit, des Streits und der Traurigkeit“ geworden. Ein Drittel der 500 befragten Personen sagten, in ihren Familien komme zu „feiertagsbedingten Streitereien“, und ebenso viele sind von der anrückenden Verwandtschaft genervt. „Wenn ich wenigstens jemanden zum Streiten“, hätte, mögen sich vielleicht die 200.000 Österreicher denken, die ihren Weihnachtsaben völlig allein verbringen müssen. Fast ein Viertel der Witwer und Witwen in Österreich leiden deshalb unter der sogeannten „Weihnachtsdepression“. Auch andere körperliche Probleme stellen sich zur „stillsten Zeit des Jahres“ bei vielen Menschen ein: Fast die Hälfte der Österreicher trinken und essen während der Feiertage zu viel, vor allem die Männer [Salzburger Nachrichten, 18.12.1999].

Konsumrausch statt Liebe und Zeit: Während des Jahres schenken viele Eltern ihren Kinder zuwenig Zeit. Dafür bekommen die Kleinen zu Weihnachten teure Geschenke statt Zuneigung und Wärme. Jugendpsychologin Monika Penteris kennt dieses Problem: „Bei unserer Hotline rufen zahlreiche Jugendliche an und beschweren sich, daß ihre Eltern keine Zeit für sie haben.“ Immer mehr Eltern schenken Computer. Damit die Kleinen beschäftigt sind und die Großen ihre Ruhe haben. Monika Peteris setzt kürzlich ein Signal gegen diese „Zeitfreßmaschinen“. Sie verteilte am Stephansplatz „Zeitgutscheine“. Auf dem Schriftstück, das Kinder mit nach Hause nahmen, fand sich ein Appell an die Eltern. „Den meisten ist nicht bewußt, daß sie sich zuwenig Zeit nehmen. Das ist einfach ein Symtom unserer Zeit“. Psychologe Max Friedrich: „Entweder versucht man, in die übliche Zeit zuviel Inhalt zu verpacken oder eine Aufgabe in immer kürzer werdender Zeit zu erledigen: Die heutige Hektik ist selbstgemacht.“ Als eine Ursache für diese Entwicklung nennt Friedrich die „Freizeitsüchtigkeit“: „Viele versuchen, die Notwendigkeiten des Lebens möglichst rasch abzuhaken, um keine Freizeit zu verlieren.“ [Die Presse, 24.12.1999].

Psychoterror durch Lieder: Ständige Weihnachtsmusik lange vor dem 24. Dezmber macht Handelsbedienstete krank. Die Gewerkschaft will die „Dauerberieselung“ in Geschäften einschränken [Salzburger Nachrichten, 3.12.2003].

Zwei Drittel wollem besinnliches Fest [Salzburger Nachrichten, 24.12.2003].


Tipp für den 8. Dezember

Statt in Einkaufsstraßen oder-zentren den VerkäuferInnen auf die Nerven zu gehen, die am Feiertag arbeiten müssen, besuchen Sie doch lieber die Großkundgebung in der Stopfenreuher Au! Das Motto: „20 Jahre nach Hainburg - Die Au ist wieder in Gefahr“. Näheres unter

www.20-jahre-hainburg.at

Weitere Links:
www.adbusters.org Die Schöpfer des Buy Nothing Days in Kanada; mit Plakaten, Werbespots und Gutscheinen zum Runterladen.
www.buynothingday.co.uk „Buy Nothing Day“ in Großbritannien

Dieser „Renitent“-Artikel erscheint in der Zeitschrift „Neue Umwelt“

Wider der Weihnachtsbeleuchtung

Weihnachtsbeleuchtung in Einkaufstraßen - wie der Wiener Mariahilferstraße - gibt es schon seit Jahrzehnten. Daran hat man sich inzwischen gewöhnt. Neu ist hingegen die Entwicklung, sein Eigenheim - oder wenigstens den Balkon - zu illuminieren. Weihnachten 2002 stellte alles Bisherige in den Schatten: Damals wurden doppelte so viele Lichterketten verkauft als im Jahr davor. Seither geht der Trend ungebremst weiter. Lichterketten sind schon aufgrund der riesigen Anzahl an Lämpchen wahre Stromfresser, die dann viele Stunden brennen. Verschärfend kommt hinzu, dass gerade im Winter der Strombedarf ohnehin erhöht, die saubere Erzeugung von Elektrizität jedoch niedrig ist. Die entstehende Lücke wird mit kalorisch produzierten Strom oder Atomkraft gefüllt. Jede zusätzliche und unnötige Stromquelle heizt also die Nachfrage an dreckigen Strom an!

Hinzu kommt, dass diese weihnachtlich beleuchteten Häuser meist einen Las-Vegas-Charme verbreiten, der nur als ästhetische Umweltverschmutzung zu werten ist. Das Perfide liegt darin, dass unbeteiligte Passanten und Nachbarn den Anblick der mit Lichterketten behängten Häuser ertragen müssen, während sich die Verursacher diesem Kitsch leicht entziehen können: Sie wohnen ja in diesen Häusern. Bedenklich ist, dass es offensichtlich einen globalisierten Geschmack gibt, wie Weihnachten auszusehen hat: Fassadenkletternde Weihnachtsmänner, Rentierschlittengarnituren, Lichtkaskaden - am besten blinkend. Wieder hat ein Kommerzgag „made in USA“ dem Rest der Welt seinen Stempel aufgedrückt. Und da kann es passieren, dass man in der Adventzeit über die kleine Karibikinsel Tobago schlendert und aus einem Vorgarten ein beleuchteter lebensgroßer Plastikschneemann herausgrinst...

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Am 29. November 2003 war "Kauf Nix Tag"

Der erste vorweihnachtliche Einkaufssamstag auf der Wiener Mariahilferstraße. Jedes Jahr dasselbe Bild: Gehetzte KonsumentInnen jagen schwer bepackt von Geschäft zu Geschäft. Doch mitten im Gewühl liegen Weihnachtsmänner faul in Liegestühlen herum - und machen Pause. Weggeworfene Werbezettel werden wiederverwertet und mit der Botschaft versehen: "Kauf Nix!"

Kauf Nix Tag in Wien (International Buy Nothing Day)
Samstag, 29. November 2003 ab 11:00 Uhr
Ecke Mariahilferstraße/Neubaugasse

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"Korruptes Österreich"

Spannend erzählt und mit vielen Beispielen untermauert (u.a. "KHG lässt grüßen") startet ab 27.11.2003 ein neues Themengebiet auf www.renitent.at. Über das schlampige Verhältnis zwischen Wahrheit und Anstand in Österreich lesen sie mehr unter "Korruptes Österreich".

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"Ladenöffnungszeiten" und "Lifestyle" - Zwei neue Themenbereiche auf www.renitent.at

Seit 1.August 2003 ist die webpage www.renitent.at um zwei weitere Themenblöcke reicher geworden.

Alles über Öffnungszeiten, Nahversorgung und wie man und frau länger und geistloser shoppen kann finden sie unter der Rubrik "Ladenöffnungszeiten".
Unter "Lifestyle" hat sich renitent.at den aktuellen Trends einmal angepasst und liefert interessantes, informatives und witziges über Lebensstil, Jugendkult(ur), Essen, (Frei-)Zeit und deren Gegenbewegungen.

VIEL SPASS beim Lesen wünscht renitent.at.

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Der Krieg im Irak

Die Themen:
      Gott und Geld
      Firmen, die vom Irak-Krieg profitieren
      Die Privatisierung der US-Armee

Der Krieg im Irak

Gott und Geld

[aus OÖ Nachrichten, 4.4.2003, Kommentar von Gerhard Maurer]

George W. Bush hat, man weiß es, eine „göttliche Mission“: Mit der Bibel in der einen und dem Marschflugkörper in der anderen Hand befreit er die Welt vom Bösen. Aber Georg. W Bush ist nicht nur gottesfürchtig, sondern auch geschäftstüchtig. Noch vor dem Krieg, den er zwar schon vor langer Zeit angekündigt, aber nie gewollt hat, forderte er US-Unternehmen auf, sich um Aufträge für den Wiederaufbau Iraks zu bewerben. Welch ein Zufall: Es waren Unternehmen, die in der letzten Präsidentenwahlkampagne fleißig für den Kandidaten George W. Bush und seine Republikaner gespendet hatten. Auf diese Weise hat George. W Bush ein Finanzierungsmodell geschaffen, das eigentlich den Wirtschafts-Nobelpreis verdient:

Die US-Streitkräfte sorgen zunächst mit Raketen, Bomben und Granaten dafür, dass es im Irak genügend zum Wiederaufbauen gibt. Dann kommen dies US-Unternehmen und bauen wieder auf. Finanziert wird dieser Wiederaufbau durch die Erdöleinnahmen des dankbaren befreiten irakischen Volkes, dem US-Ölgesellschaften brüderlich zur Hand gehen....

Bösen Zungen behaupten aber eher das ...

Karikatur / Saddam-Bush

 

Firmen, die vom Irak-Krieg profitieren

Folgende Liste zeigt einige der Firmen, die viel am Irak-Krieg verdienen werden. Renitente Konsumenten haben es in der Hand, durch ihr Einkaufsverhalten, den Gewinn einiger dieser Multis zu schmälern:

Erdölindustrie:

Der Irak ist das Land mit den wohl größten Erdölreserven. Amerikanische und britische Erdölkonzerne dominierten bis in die 70er Jahre die Förderung. Seit der Verstaatlichung der irakischen Erdölindustrie haben sie diese wichtige Rolle verloren, und harren in den Startlöchern auf eine Rückkehr. Denn derzeit haben hauptsächlich russische und französische Firmen Kooperationsverträge, um die verschiedenen irakischen Ölfelder auszubeuten. Dies kann u.a. eine Erklärung für die Anti-Kriegs-Politik Russlands und Frankreichs, sowie die genau gegenteilige Politik der USA und Großbritanniens sein. Immerhin hat die Öl- und Gasindustrie die Wahlkampagne von G.W. Bush mit 25,4 Millionen Dollar Spenden unterstützt.

Firma Land Bemerkungen Marken
Exxon-Mobil USA   Esso, Mobil
Chevron-Texaco USA US-Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice saß im Aufsichtsrat, ein Tanker ist nach ihr benannt Chevron, Texaco, Caltex
BP-Amoco GB   BP, Aral, Castrol
Shell GB   Shell
Halliburton USA Großer Produzent von Erdöllieferanlagen, US-Vize-Präsident Cheney war dort zwischen 1995 und 2000 Aufsichtsratsvorsitzender und bezieht noch immer Zahlungen von dort  

Firmen, die am Wiederaufbau verdienen werden:

Firma Land Bemerkungen Marken
Kellog Brown & Root USA Tochterfirma von Halliburton (s.o.), hat schon den Auftrag, Erdölbrände zu löschen  
Halliburton USA Diese Firmen beteiligen sich an einer Ausschreibung über bis zu 900 Milliarden Dollar/€ für den Wiederaufbau des IraksGroßer Produzent von Erdöllieferanlagen, US-Vize-Präsident Cheney war dort Direktor und bezieht noch immer Zahlungen von dort  
Bechtel GB International Water, BCN Data Systems, Alterra
Fluor USA  
Louis Berger USA  

Links zum Thema "consumer boycott of American goods and services":
www.consumers-against-war.de
www.adbusters.org

 

Die Privatisierung der US-Armee

Immer mehr militärische Aufgaben in der modernen Kriegsführung werden von ausgesourcten Unternehmen des amerikanischen Verteidigungsministeriums übernommen. So sorgen Unternehmen wie Military Professional Resources Inc. (MPRI), Logicon, DynCorp, Vinnell oder Integral System für Truppentransporte, produzieren Satellitensysteme für (militärische) Wettervorhersagen, stellen Handbücher für den Militärdienst her oder bilden im Auftrag der US-Regierung Soldaten aus. So wurde die Ausbildung von Streitkräften bereits auf dem Balkan oder in Afrika von privaten Unternehmen durchgeführt. Auch die 3000 Exiliraker, die im ungarischen Stützpunkt Tascar einem militärischen Training unterzogen worden sind, kamen zum "Genuss" einer weitgehend privat organisierten "Erziehung".
Als eine der Folgen dieser Entwicklung ist z.B. die Truppenstärke der amerikanischen Landstreitkräfte von 780.000 Soldaten Anfang der 90er Jahre auf 480.000 (heute) geschrumpft.
Die Vorteile dieser outgesourcten Unternehmen liegen laut Standardbericht für das Pentagon auf der Hand: "Wirtschaftlich gesehen sind sie rentabler, in ihrer Arbeit erheblich flexibler, für Medien und Politiker unsichtbarer" (Der Standard, 22-23. März 2003).

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Zweimal 11. September

Am 11. September 1973 putschte das chilenische Militär unter General Pinochet gegen den gewählten Präsidenten Salvador Allende. Neben Allende wurden bei diesem Militärputsch mehr als 5000 Menschen umgebracht. Der Friedensforscher Johan Galtung bezeichnet deshalb den Koordinator, Drahtzieher und späteren US-Außenminister Henry Kissinger als "Bin Laden Chiles". Übrigens: Die beiden Hauptverantwortlichen für den Putsch - nämlich Kissinger und Pinochet - leben nach wie vor friedlich und unbehelligt.

Am 11. September 2001 gab es bei den Terroranschlägen in New York und Washington rund 3000 Todesopfer.....inzwischen haben die USA in Afghanistan "aufgeholt": Laut eigenen Angaben hat das US-Militär bei den Bombardierungen bisher 4000 unbeteiligte Zivilisten umgebracht [Der Standard, 10.01.2002].

Ein interessanter Link zum Thema 11. September: http://www.whitehouse.org/initiatives/patriot/index.asp

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Am 14. Februar ist Valentinstag!

Wenn Sie Blumen schenken, dann solche aus menschenwürdiger und umweltschonender Produktion!

Viele der bei uns angebotenen Blumen stammen aus Kolumbien, Ecuador, Kenia oder Simbabwe und werden dann per Luftfracht nach Europa gebracht. Diese langen Transportwege sind ökologischer Wahnsinn, doch noch viel schlimmer sind die katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort: Miserable Löhne, unsichere Arbeitsverträge, Unterdrückung freier Gewerkschaften und Gesundheitsgefahren durch massiven Pestizideinsatz sind oft die Norm.

Doch es gibt Alternativen: Das "Flower Label Programm (FLP)". Blumen mit dem FLP-Siegel wurden unter menschenwürdigen Bedingungen gezüchtet. Grundprinzipien des „Flower Label Programms“ sind Gewerkschaftsfreiheit, Festanstellung und existenzsichernde Löhne, Verbot der Diskriminierung von Frauen, der Kinder- und Zwangsarbeit, Schutz der Gesundheit und der Umwelt durch die Reduktion des Pestizideinsatzes.

Eine Liste der Blumengeschäfte in Österreich, die Blumen mit dem FLP-Siegel führen findes sie utner www.fian.at

Links:
www.fian.at FIAN steht für Food First Informations- und Aktionsnetzwerk
www.fian.de/blumen/ Infos über das „Flower Label Programm (FLP)“ aus Deutschland

Wenn Sie trotz FLP-Siegel keine Blumen schenken wollen, dann bietet sich folgende Alternative an!

Mit einem Regenwald-Zertifikat können Sie Blumen (das LEBEN) schenken.

Der sogenannte „Regenwald der Österreicher“ – der Esquinas-Regenwald in Costa Rica – beherbergt zahlreiche Blumenarten, denen Sie die Möglichkeit geben können, auch weiterhin in einer Intakten Umgebung zu gedeihen.
Denn mit Ihrer Spende kann der Verein „Regenwald der Österreicher“ [www.regenwald.at] gefährdete Grundstücke freikaufen und in den Nationalpark "Piedras Blancas" einbringen. Sie erhalten dafür ein Zertifikat [www.regenwald.at/RGS/RWAnteil.html] als Geschenk für ihre Valentina oder ihren Valentin.

Links:
www.regenwald.at/RGS/RWValentin.html Alle Infos über den „Regenwald der Österreicher“ und wie Sie am Valentinstag Blumen (das Leben) schenken können.
www.regenwald.at/RGS/RWAnteil.html Ein Regenwald-Zertifikat bestellen.

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 Alle Jahre früher oder "Die Eskalation der Besinnlichkeit"

Kurier Sa 12.Okt. 2002

(Kurier, Sa 12.Okt. 2002)

Montag, 7.Oktober:
Schönster Altweibersommer - Noch einmal Menschen in T-Shirt und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Hauptstraße.

Dann plötzlich um 10:47 Uhr kommt der Befehl von Hofer-Geschäftsführer Erich B.: "Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!" Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert Mondo-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.

15:07 Uhr: Zielpunkt-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr: Die Filialen von Billa und Merkur bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 16.September. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.

Dienstag, 8.Oktober:
07:30 Uhr: Im Eingangsbereich von Interspar bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen. Immerhin haben jetzt auch H&M, C&A, Bipa und DM den Ernst der Lage erkannt.

Mittwoch, 9.Oktober:
09:00 Uhr: Billa setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
09:12 Uhr: Mondo kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.
10:05 Uhr: Im Donauzentrum verirren sich Dutzende Kunden in einem Wald
von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Merkur: An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein "Frohes Fest" gewünscht. Die Schlemmerabteilung von Eurospar kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.

Donnerstag, 10.Oktober:
07:00 Uhr: Interspar schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
08:00 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisensitzung fordert der aufgebrachte Zielpunkt-Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark: "Weihnachten bis zum Äußersten" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD: "Weihnachten mit Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.

Freitag, 11.Oktober:
08:00 Uhr: Bewohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung die nun von Interspar angedrohte Musikoffensive "Heiligabend
mit den "Flippers" zu stoppen.
09:14 Uhr: Ein Hofer- Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Interspar zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
09:30 Uhr: Hofer dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.
18:00 Uhr: In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen in der Stromversorgung als der vom XXXLutz beauftragte Pensionist Karl W. mit seinem Flak-Scheinwerfer Marke "Varta Volkssturm" den Stern von Bethlehem in den Himmel zeichnet.

Samstag, 12.Oktober:
Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver.
10:37 Uhr: Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Merkur-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Interspar, Billa und Mondo die Einkaufszone mit Schneekanonen. Die Polizei mahnt die Räum- und Streupflicht ein. Umsonst!
14:30 Uhr: Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesheers beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen: Menschen wie Du und ich, die nur mal in der schönen Herbstsonne bummeln wollten.

In diesem Sinne: Frohes Fest!!!?

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